Die Projekte

Hier finden sich die von SKala geförderten Projekte. Neu in Förderung genommene Projekte werden zeitnah in der Übersicht abgebildet; kleinere Verzögerungen liegen in der Natur der Sache. 

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Online-Plattform für ein barrierefreies Studium

Initiative für transparente Studienförderung gUG

  • Inklusion & Teilhabe

Studierende mit Behinderung bilden an deutschen Hochschulen eine Ausnahme. Rund 60 Prozent geben an, dass sich die Beeinträchtigung stark auf ihr Studium auswirkt. Manche beginnen aufgrund von Zweifeln und Unwissen über die Möglichkeiten eines barrierefreien Studiums erst gar nicht zu studieren. Die Initiative für transparente Studienförderung räumt mit Mythen zum Studium mit Behinderung auf und hat zwei Onlineportale erstellt, welche Informationen zu Stipendien und Barrierefreiheit an Hochschulen einfach verfügbar machen.

Mit der SKala-Förderung werden die zwei bereits bestehenden Portale aktualisiert, überarbeitet, wichtige Informationen ergänzt und zu einer Online-Plattform zusammengeführt. Studieninteressierte können dann mit wenigen Klicks herausfinden, ob eine der 550 gelisteten Hochschulen für die eigene Art der Behinderung geeignet ist. Studierende mit Behinderung können aus 2.900 Fördermöglichkeiten das für sie passende Förderangebot finden. Zudem wird die Benutzerführung und Bedienbarkeit der Plattform gesteigert.

Bisher verzeichnen beide Plattformen etwa 30.000 User. Mit der neuen Plattform möchte die ItS 100.000 Menschen mit Behinderung über ein barrierefreies Studium informieren und dabei helfen, selbstbestimmt und erfolgreich zu studieren. Sie kontaktiert Behindertenbeauftragte, Beratungsstellen sowie Studentenwerke und schafft ein Bewusstsein dafür, dass Transparenz über die Barrierefreiheit an Hochschulen sinnvoll und wichtig ist.

openTransfer – Gutes einfach verbreiten

Stiftung Bürgermut

  • Engagement- & Kompetenzförderung

In Deutschland engagieren sich Tag für Tag Menschen für eine gute Sache. So entstehen täglich neue, verblüffende und höchst erfolgreiche Lösungen. Aber: Dieselbe Lösung für dasselbe Problem immer wieder neu zu entwickeln, kostet Zeit und Geld.

Gute soziale Ideen sollen in die Fläche kommen, statt nur lokal zu wirken. Dazu organisiert openTransfer Barcamps, Workshops und Webinare, begleitet und berät Organisationen und bietet umfangreiches Transferwissen im Netz. Die Community besteht aus tausenden Engagierten, die sich regelmäßig austauschen.

Mit SKala soll das bewährte Angebot aus Camps, Webinaren oder E-Books skaliert werden, um die Zielgruppe breiter zu unterstützen. Konkret bedeutet dies: neun openTransfer Camps mit knapp 1.000 BesucherInnen, 30 Webinare oder Workshops und mehrere E-Books.

Ziel ist, dass soziale Initiativen in Deutschland professioneller arbeiten, ihre Ansätze besser übertragen und so mehr Menschen in ihren Projekten geholfen werden kann. Um dies zu erreichen, wird auch das Programm selbst nachhaltig in den Bereichen Organisationsentwicklung und Fundraising gestärkt. Es wird ein internes Wissensmanagementsystem aufgebaut und die Mitarbeitenden qualifiziert.

(C) Foto: Henning Schacht/ opentransfer.de CC-BY-NC

Disaster Preparedness: Kapazitätsaufbau zur Vorbereitung auf humanitäre Notlagen

Hoffnungszeichen | Sign of Hope e.V.

  • Vergessene Krisen

Lokale Nichtregierungsorganisationen sind die Ersten und Letzten, die im Katastrophenfall vor Ort Hilfe leisten und den Wiederaufbau begleiten. Doch häufig vergeht mehr Zeit als nötig bis die Unterstützung anlaufen kann. Der Grund: für die lokalen Organisationen ist es schwer, große Mengen an Hilfsgütern zu beziehen, da sie an den hohen Anforderungen internationaler GeberInnen scheitern.

Diesem Widerspruch in der humanitären Notlage möchte Hoffnungszeichen e.V. entgegenwirken. Insgesamt werden zehn Partnerorganisationen in besonders katastrophengefährdeten Ländern wie Kenia, Bangladesch oder dem Irak darin befähigt, humanitäre Krisen wirksamer zu bewältigen. Dies geschieht durch intensive Trainings und Workshops, in denen die Teilnehmenden lernen, wie sie sich wirkungsvoll um Mittel des internationalen Hilfssystems bewerben.

Die Trainings vermitteln ihnen zudem, wie sie im Krisenfall schnell reagieren, Hilfsprojekte erfolgreich umsetzen und die Bevölkerung auf kommende Katastrophen vorbereiten. Die Organisation stellt zusätzlich Hilfsgüter für den Katastrophenfall bereit. Obwohl solche Projekte ein langfristiges Wirkungspotenzial haben, ist die Vorbereitung auf Katastrophenhilfe ein Bereich, der schwer zu fundraisen ist. Somit schließt SKala eine wichtige Finanzierungslücke.

Flüchtlinge Willkommen – Dezentrale Wohnmöglichkeiten gesellschaftlich verankern

Mensch Mensch Mensch e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

"Flüchtlinge Willkommen" bringt geflüchtete Menschen mit Wohnraumgebenden zusammen, um ein privates Zusammenleben zu initiieren. Über die Website melden Familien, Studierende oder Alleinstehende ihr freies Zimmer an und das Team stellt Kontakt zu einer geflüchteten Person her, die zu der Wohnsituation passt.

WGs bieten - im Gegensatz zu Massenunterkünften - eine einzigartige Chance, schnell und gut in Deutschland anzukommen, Kontakt mit Deutschen herzustellen und die Sprache zu erlernen. Parallel dazu beraten Ehrenamtliche in zehn deutschen Großstädten geflüchtete Menschen, die sich vorstellen können, in WGs zu ziehen. Die Beratung ermöglicht es ihnen, sich selbstständig auf dem Wohnungsmarkt zu bewegen und nach ihren Bedürfnissen ein Zimmer zu suchen.

Damit möglichst viele Menschen von dem Projekt erfahren, werden bundesweite Online- und Plakatkampagnen umgesetzt, die von mehr als einer Million Menschen gesehen werden. Insgesamt entstehen dadurch 1.300 interkulturelle WGs in ganz Deutschland. Die Organisation hinter dem Projekt entstand aus einer Initiative heraus, als die Versorgung Geflüchteter sehr große mediale Aufmerksamkeit genoss. Nun unterstützt SKala die Organisation dabei, sich zu professionalisieren und eine gute Finanzierungsstrategie zu schaffen, um auch nachhaltig wirken zu können.

(C) Foto: Matthias Lüdecke

Mit (Spür-)Sinn gegen Brustkrebs und für Inklusion

Discovering hands gUG

  • Inklusion & Teilhabe

Mit 71.000 Fällen pro Jahr ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung von Frauen in Deutschland. Eine frühzeitige Diagnose verbessert die Überlebenschancen erheblich. discovering hands setzt den besonderen Tastsinn blinder und sehbehinderter Frauen zur Verbesserung der Brustkrebsfrüherkennung ein.

Sie werden als "Medizinisch-Taktile Untersucherinnen" (MTUs) qualifiziert und bundesweit in Kliniken, Praxen oder discovering hands Zentren eingesetzt. So entsteht ein einzigartiges Berufsfeld für blinde und sehbehinderte Frauen - nicht trotz ihrer Behinderung, sondern wegen ihrer besonderen Begabung. Bisher konnten nur Frauen mit einem Anspruch auf medizinische Rehabilitation die Ausbildung bei einem qualifizierten Träger absolvieren, dank SKala können künftig alle blinden und sehbehinderten Frauen eine Ausbildung zur MTU machen.

discovering hands wird selbst zu einem Ausbildungszentrum, das bald eine eigene, zielgruppengerechte Ausbildung mit verkürzter Anwesenheitszeit, einer barrierefreien e-learning-Plattform und verbesserten Tastmodellen anbietet. Die Organisation geht bei über 15.000 Untersuchungen von etwa 33 bösartigen Gewebeveränderungen aus, die durch die MTUs festgestellt werden können. Dies entspricht bis zu 33 geretteten Leben der betroffenen Frauen.

Frieden, Chancen und Sicherheit für libysche Frauen und Mädchen

AMICA e.V.

  • Vergessene Krisen

Seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes befindet sich Libyen in einem kriegsähnlichen Zustand. Nichts funktioniert mehr richtig: keine öffentliche Dienste, weder Strom noch Wasser. Selbst Bargeld ist zu einem raren Gut geworden. Besonders eine Zielgruppe zählt zu den Hauptleidtragenden des Konflikts: Frauen.

Gewalt ist für viele Libyerinnen eine alltägliche Erfahrung - auch innerhalb der Familie. Gleichzeitig unterliegt das Thema starken Tabus. Die instabile Sicherheitslage gefährdet zunehmend die Zukunftschancen von Frauen. Seit 2012 arbeitet AMICA e.V. mit zwei NPOs im Land daran, Schutzräume aufzubauen und Frauen in Politik und Gesellschaft mehr Gewicht zu verleihen.

Mit SKala können zwei Beratungszentren in Tripolis und Bengasi ausgebaut werden, mindestens 1.500 Frauen erhalten Zugang zu dem Angebot. Hier können sich Betroffene Sozialarbeiterinnen und Rechtsanwältinnen anvertrauen oder Sitzungen bei Psychologinnen in Anspruch nehmen.

Das Erfolgsrezept: die Verbindung der Beratungsleistungen mit beruflicher Weiterbildung. Dies trägt zur Akzeptanz der Zentren unter der Bevölkerung bei. Gleichzeitig wird ein Bewusstseinswandel in der libyschen Gesellschaft angestoßen. Durch die Förderung erhält auch AMICA e.V. die Möglichkeit zur Weiterentwicklung.

(C) Foto: AMICA e.V.

Integrierte Nothilfe für Kinder, Jugendliche und vulnerable Haushalte in West-Tschad

World Vision Deutschland e.V.

  • Vergessene Krisen

Der an sechs Länder angrenzende Staat Tschad ist von zahlreichen, zumeist von der Weltöffentlichkeit vergessenen Krisen in den Nachbarländern betroffen. In der Region um den Tschad-See kam es in den vergangen Jahren zu Angriffen durch die terroristische Gruppierung Boko Haram, hunderttausende von Menschen flüchteten. Die Lage in der Region verschlechtert sich durch die Flüchtlingsströme weiter, einen Zugang zu sauberem Trinkwasser und humanitären Schutz gibt es nicht.

Kennzeichnend für das Projekt "Integrierte Nothilfe" ist der ganzheitliche Ansatz: Es erzielt eine Hebelwirkung in unterschiedlichen Bereichen, u.a. Gesundheit, Kinderschutz und Bildung. Ersteres wird durch den Zugang zu sauberen Trinkwasserquellen und sanitären Einrichtungen verbessert. Sogenannte "Child Friendly Spaces" sowie Kinderschutzkomitees werden speziell für Kinder und ihre Sicherheit geschaffen. Um die Abhängigkeit der Gemeinden von Hilfsmitteln zu reduzieren und eine langfristige Selbstständigkeit zu erzielen, werden Spargruppen gegründet und die Landwirtschaft gestärkt.

Insbesondere den jugendlichen BewohnerInnen wird mit den Berufstrainings eine Zukunftsperspektive geboten. Die SKala-Förderung ermöglicht einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation von mindestens 16.500 Menschen in der Region.

Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Northern und Southern Liech, Südsudan

Hoffnungszeichen | Sign of Hope e.V.

  • Vergessene Krisen

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein fundamentales menschliches Grundbedürfnis. Keine Aufbaumaßnahme oder Anstrengung für Wiederaufbau und Versöhnung kann langfristig erfolgreich sein, wenn es den Menschen an sauberem Wasser mangelt.

Im Südsudan zwingen Dürre und ein Bürgerkrieg Millionen Menschen auf die Flucht. In den Teilstaaten Northern und Southern Liech haben die BewohnerInnen keinen Zugang zu sauberem Wasser, da die Brunnen durch Öl-Bohrungen verunreinigt sind und spezielle Tiefbrunnen mit sauberem Wasser im Krieg zerstört wurden. Hoffnungszeichen e.V. schafft durch die Instandsetzung der acht zerstörten Tiefbrunnen eine Lebensgrundlage für 25.000 Menschen. Denn nur wo Wasser ist, können brach liegende Felder bestellt und die Ernährungssituation verbessert werden.

Damit es den Menschen auch zukünftig nicht an sauberem Trinkwasser fehlt, werden Wasserkomitees gegründet, die in der Pflege und Instandhaltung der Brunnen geschult werden. Kampagnen informieren die Dorfbewohner im Kontext von Wasser, Hygiene und Gesundheit und sollen die Krankheitsrate in den Dörfern reduzieren. Die SKala-Initiative ermöglicht der Organisation, den Grundstein für weitere Aufbaumaßnahmen zu legen. Aktuell beträgt der humanitäre Bedarf im Südsudan 1,72 Milliarden Dollar; der Wassersektor ist zu 98 Prozent unterfinanziert.

Seelische Gesundheit für alle!

REFUGIO Bremen e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Menschen, die vor Gewalt, Vertreibung oder Folter nach Deutschland flüchten müssen, suchen Schutz und benötigen oft therapeutische Hilfe. Dem hiesigen Gesundheitssystem mangelt es jedoch an einer interkulturellen Öffnung, gerade Flüchtlinge haben häufig nur eingeschränkt Zugang. Es fehlt dabei vor allem an einer Identifizierung besonders schutzbedürftiger Menschen, einem zeitnahen Zugang zu kultursensiblen Angeboten, einer Finanzierung durch Krankenkassen sowie einer Bereitstellung oder Kostenübernahme von Dolmetschenden.

Obwohl REFUGIO Bremen einen Teil dieser fehlenden Angebote bereitstellt, erfolgt dies bisher nicht gebündelt und ist extrem abhängig von Spenden und zeitlich begrenzten Projektmitteln. Im Modellprojekt einer Ambulanz wird die therapeutische Gesundheitsversorgung für seelisch erkrankte Flüchtlinge an einem Ort gebündelt. Von der Anmeldung bis zur Einzel- oder Gruppentherapie werden trauma- und kultursensible Behandlungen angeboten oder eine Vermittlung zu externen Fachkräften ermöglicht.

Mithilfe von SKala können bald bis zu 360 Menschen von dem kostenlosen und mehrsprachigen Angebot profitieren, das ist eine Steigerung von 25 Prozent. Die Neuanmeldung ist zukünftig regelmäßiger möglich und die Wartezeit auf einen Behandlungsplatz wird gleichzeitig sinken. Parallel dazu werden EntscheidungsträgerInnen sensibilisiert, um eine geregelte Anschlussfinanzierung für die Ambulanz zu erzielen.

 

(Foto: Kunsttherapeutische Arbeit)

Hebammenprojekt

Diakonisches Werk Hamburg

  • Inklusion & Teilhabe
  • gefördert seit: Oktober 2018
  • Fördersumme: 586.260,85 €

Schätzungen zufolge leben und arbeiten mehrere Tausend Menschen in Hamburg "illegal", also ohne einen gültigen Aufenthaltsstatus. In der ständigen Furcht vor Entdeckung und Abschiebung werden Krankheit oder Schwangerschaft zu einem existentiellen Problem.

Der Diakonie Hamburg gelang es, mit der Praxis "Andocken" im letzten Jahr rund 800 Menschen zu helfen - davon ein Viertel schwangere Frauen. Mit der SKala-Förderung wird das Hebammenprojekt der Praxis gesichert und ausgebaut. Mit einer neu geschaffenen Stelle für eine Hebamme, die zusätzlich eine Geburtsvorbereitung, eine Wochenbettversorgung und Hausbesuche übernimmt, werden die Schwangeren, jungen Mütter und Babys besser versorgt. Gerade weil sie keine Ärztin ist, ist die Hebamme für viele Frauen leichter ansprechbar und Fragen werden nicht aus Respekt vermieden. Zudem sichert SKala die Arbeit einer Gynäkologin, deren Finanzierung Ende des Jahres ausläuft.

Für die Weiterentwicklung der Praxis plant die Diakonie Hamburg eine stärkere Einbindung von ehrenamtlichen Ärzten, um mehr Menschen helfen zu können und weitere Fachrichtungen abzudecken. Insgesamt werden mit dem Projekt rund 750 Mütter und Kinder, während und nach der Schwangerschaft versorgt.

(C) Foto: Annette Schrader

LEAD Impact Community Programm

LEAD Academy gGmbH

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Die "Flüchtlingskrise" hat in den letzten Jahren ein kaum vergleichbares Engagement in Deutschland erzeugt. Graswurzelorganisationen haben Lücken in der staatlichen Hilfe aufgefangen, bürokratische Prozesse ergänzt und staatliche Lösungen durch individuelle Solidarität gestärkt.

Aktuell kämpfen diese Organisationen damit, trotz schwindender Medienaufmerksamkeit und zurückgehender Unterstützung ihre neue Rolle zu finden und besser mit PartnerInnen im Kontext von Flucht und Integration zusammenzuarbeiten. Hier bietet das Sozialunternehmen LEAD Academy ein bedarfsgerechtes und niedrigschwelliges Entwicklungsprogramm an, in dem sozial engagierte Fu?hrungskräfte diese Graswurzelorganisationen bei der strategischen Weiterentwicklung ihrer Organisation unterstu?tzen.

Die LEAD Academy wird aus ihrer Community von über 1.300 Führungskräften geeignete Coaches dafür aussuchen. Ziel ist, dass die Organisationen nach Ende ihres Coachings die eigene Resilienz gestärkt haben und geeignete Strategien fu?r die Weiterentwicklung umgesetzt haben.

Mithilfe von SKala können so 120 Führungskräfte als Coaches ausgebildet werden, die im Tandem 60 ausgewählte Organisationen kostenlos und nachhaltig in ihrer Organisationsentwicklung stärken. Zudem kann die LEAD Academy ein nachhaltiges Geschäftsmodell weiterentwickeln, welches zum Ende der Förderung über die Hälfte der Kosten für das Projekt deckt.

Ökumenische Straßenambulanz St. Josef

Caritasverband Offenbach/Main e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Der Caritasverband Offenbach sucht mit einer Straßenambulanz Menschen auf, die Hilfe brauchen - unabhängig davon, ob sie tatsächlich auf der Straße leben. Viele von den Hilfsbedürftigen kommen aus Südosteuropa, arbeiten unter teils ausbeuterischen Verhältnissen auf dem Bau und wissen nur sehr wenig über in Deutschland geltende Arbeitnehmerrechte oder unser Krankenversicherungssystem.

Hier leistet der Verband eine medizinische Erstversorgung und vermittelt in weitere Hilfsangebote, wie beispielsweise in die ehrenamtliche ärztliche Sprechstunde der Wohnsitzlosenhilfeeinrichtung der Diakonie. Da die Ankommenden häufig nicht versichert sind, klärt die Straßenambulanz über Rechte und Pflichten auf und versucht, sie in das deutsche Regelsystem zu überführen. So kann unter anderem vermieden werden, dass sich Schulden bei den Krankenkassen durch nicht geleistete Beiträge anhäufen.

Ein weiterer Fokus des Projekts liegt bei der Aufnahmegesellschaft in Offenbach. Durch Aufklärungsarbeit soll einerseits ein verbessertes Bewusstsein für die Situation der Ankommenden geschaffen werden und andererseits auch medizinisch qualifizierte Ehrenamtliche und Freiwillige angesprochen werden, die wiederum das Projekt durch ihre Arbeit unterstützen.

STREET COLLEGE

GANGWAY – Straßensozialarbeit in Berlin e.V.

  • Inklusion & Teilhabe
  • gefördert seit: Oktober 2018
  • Fördersumme: 1.485.366 €
  • www.gangway.de

GANGWAY arbeitet mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf den Straßen Berlins mit dem Ziel, sie bei einem eigenverantwortlichen Leben zu unterstützen. Schulden, drohende Wohnungslosigkeit, Suchtprobleme oder Probleme mit Asylrecht sind nur einige Baustellen in dem Leben der jungen Menschen. Auch im Projekt STREET COLLEGE geht es um Bildungsbiografien mit Ecken, Kanten und Lücken.

Das Projekt richtet sich an alle, die im herkömmlichen Bildungssystem nicht mehr Fuß fassen können oder wollen. Beim STREET COLLEGE bestimmen die Studierenden, was sie lernen wollen und setzen sich ihre eigenen Lernziele. Besuchte Kurse können individuell zertifiziert werden; die Zertifikate wiederum helfen bei der Suche nach einer Ausbildung oder Arbeit. Parallel arbeitet das Team von GANGWAY daran, die Kurse so weiterzuentwickeln, dass diese als Zugangsvoraussetzung für ein Studium gelten.

Die SKala-Förderung ermöglicht die gewachsenen Strukturen des STREET COLLEGEs zu überarbeiten, die Qualität zu sichern, das Angebot für jährlich mindestens 100 Menschen zugänglich zu machen und dies langfristig in unserem Bildungs- und Arbeitsmarktsystem zu verankern. So können auch Menschen, die im herkömmlichen Bildungssystem gescheitert sind, sich mit ihren Stärken in die Gesellschaft einbringen. Weiterhin soll das STREET COLLEGE in eine ihm entsprechende Organisationsform überführt werden.

Sprungbrett Pflege – Berufliche Integration von Geflüchteten in die Altenpflege

Bonner Verein für Pflege- und Gesundheitsberufe e.V.

  • Inklusion & Teilhabe
  • gefördert seit: September 2018
  • Fördersumme: 674.100 €
  • www.bv-pg.de

36.000 Stellen konnten in der Alten- und Krankenpflege im vergangenen Jahr nicht besetzt werden; 171 Tage dauerte es im Schnitt, bis jemand für eine offene Stelle in der Altenpflege gefunden wird. Gleichzeitig fehlt es vielen Geflüchteten hierzulande an Arbeit, wirtschaftlicher Unabhängigkeit und sozialer Integration. Der Bonner Verein setzt hier an und macht Geflüchtete fit für die Ausbildung in der Altenpflege.

SKala ermöglicht ein Pilotprojekt in Bonn, welches sonst in diesem Umfang nicht realisierbar wäre und von dem 100 Geflüchtete profitieren können. Ziel ist es, Interesse für den Altenpflege-Beruf zu wecken und gleichzeitig eine Grundlage für den Übergang in die Ausbildung zu schaffen. Dies geschieht durch Sprachunterricht, Vermittlung von Fachwissen und den Erwerb eines Schulabschlusses. Die Schaffung von Betreuungsmöglichkeiten von Kleinkindern eröffnet auch jungen Eltern die Teilnahme.

Der Bonner Verein schafft dadurch eine solide Basis für eine erfolgreiche berufliche, als auch soziale Integration. Letzteres erreicht die Organisation beispielsweise durch Exkursionen, Informationen über Leben und Arbeiten in Deutschland oder gemeinsames Kochen. Das Pilotprojekt fördert die aktive Teilhabe von Geflüchteten und macht deutlich, dass diese einen wertvollen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Aufgaben leisten können.

Ein Buch für jeden Tag: Inklusive Tast- und Aktionsbücher

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.

  • Inklusion & Teilhabe
  • gefördert seit: September 2018
  • Fördersumme: 511. 480 €
  • www.dbsv.org

Obwohl in Deutschland rund 10.000 blinde und sehbehinderte Kinder im Vorschulalter leben, gibt es für sie auf dem deutschen Buchmarkt kaum Bücher - und die wenige Auswahl ist häufig sehr teuer. Jedes Jahr werden 10.000 reguläre Kinder-und Jugendbücher produziert, blinden Kindern bleiben etwa 25 tastbare Bücher.

Dadurch sind sie vom Lesen, dem gemeinsamen Erleben von Büchern und damit einer wichtigen Grundlage für Bildung quasi ausgeschlossen. Der DBSV engagiert sich bereits seit einigen Jahren und stellt Aktions- und Tastbücher her. Die Nachfrage ist hoch, jedoch können die niedrigschwelligen und oft auf Ehrenamtlichen beruhenden Produktionsmethoden ihr nicht gerecht werden. SKala finanziert die Produktion und Distribution von sechs verschiedenen Büchern in einer Auflage von 1.200 Stück.

Auch die "Taststraße zur Punktschrift", ein Materialpaket zur Lese-Schreib-Vorbereitung, wird neu aufgearbeitet und in Frühförderstellen, Kitas und Schulen verteilt. In Kinder-Eltern-Seminaren und Lese- und Erlebnisnachmittagen erfahren Interessierte, wie Kinderbücher beim Kennenlernen der Welt mit viel Spaß für alle Kinder inklusiv genutzt werden können. Denn: Die Welt der Schrift und Bücher soll nicht weiter als trennende, sondern als verbindende und gemeinsam erlebbare Welt erfahren werden.

(C) Foto: DBSV/ Friese

Umfassende Rehabilitationsleistungen für Verletzte und schutzbedürftige Personen im Jemen

Handicap International e.V.

  • Vergessene Krisen

Wegen des anhaltenden Bürgerkriegs gibt es im Jemen einen immensen Bedarf nach Personal und Ausrüstung im medizinischen Bereich. Nur die Hälfte aller Krankenhäuser ist intakt; das Personal wurde seit Monaten nicht bezahlt und es mangelt an Ausstattung. Dadurch werden die akuten medizinischen und therapeutischen Bedarfe nur unzureichend abgedeckt.

Die Organisation Handicap International e.V. setzt mithilfe von SKala ein Interventionsprojekt in der Region Aden um. Dazu gehören sowohl Reha-Maßnahmen nach einer Verletzung oder Operation als auch eine psychosoziale Unterstützung für die vom Krieg Betroffenen. Rund 3.200 Menschen erhalten Zugang zu umfassenden Rehabilitationsleistungen; weitere 144 bekommen zusätzlich Prothesen oder Orthesen, um die eigene Bewegungsfreiheit wieder herzustellen.

Bereits vor dem Krieg gab es nur 70 PhysiotherapeutInnen im ganzen Jemen. Das Projekt zielt darauf ab, die lokale Gesundheits- und Rehabilitationslandschaft nachhaltig zu stärken. Zwei Krankenhäuser und deren Personal werden fachlich, aber auch technisch besser unterstützt. Dies geschieht unter anderem durch Trainings zu grundlegenden Reha- und Präventionsmaßnahmen, On-the-job-Coaching und die Ausstattung der Krankenhäuser mit Rollstühlen, Gehhilfen, Dekubitus-Matratzen und Reha-Geräten.

Im Norden Jemens setzt die Organisation dies bereits erfolgreich um. Mithilfe von SKala können nun erstmals auch Menschen im Süden des Landes von diesem Angebot profitieren.

Lese-Tandems+

KinderHelden gGmbH

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Das Lesen gibt uns großartige Anregungen und ermöglicht viele Zugänge. Grundschulkindern eröffnen sich tatsächlich neue Welten - vorausgesetzt sie können flüssig lesen und verstehen das Gelesene. Rund 40 Prozent der Grundschulkinder schaffen das nicht. Kinder mit schwierigen Startbedingungen ins Leben sind davon besonders häufig betroffen. KinderHelden gibt diesen Kindern die individuelle Unterstützung, die sie brauchen um ihre Lesekompetenz zu verbessern.

Dabei setzt die Organisation auf ein 1:1-Mentoring. Im Tandem mit ehrenamtlichen MentorInnen entdecken die Kleinen die Freude am Lesen - ganz ohne Stress. Die MentorInnen begleiten sie mindestens ein Schuljahr und die wöchentlichen Treffen werden durch Freizeitaktivitäten aufgelockert. Die Ergebnisse des Pilotprojekts bestätigen: Die Kinder lesen sicherer, flüssiger, schneller und verstehen besser, was sie lesen.

KinderHelden ermöglicht bereits heute pro Jahr rund 550 Projekt-Tandems in Stuttgart, Mannheim, Frankfurt und Hamburg. Mit der SKala-Förderung kann die Organisation ihr Angebot inhaltlich weiterentwickeln, etablieren und weiteren 500 Kindern die Leseförderung ermöglichen. Die Kinder verbessern nicht nur ihre schulischen Leistungen im Bereich Lesen, sondern sind auch mit einem gestärkten Selbstbewusstsein für künftige schulische Herausforderungen gewappnet.

(C) Foto: Sascha Hauk

Mädchenprojekt Zukunft

Handwerkerinnenhaus Köln e.V.

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Das Handwerkerinnenhaus Köln, das bereits zweifach mit dem PHINEO-Wirkt-Siegel ausgezeichnet wurde, hat sich 1989 gegründet und ist heute nicht mehr aus Köln wegzudenken. Das von SKala geförderte "Mädchenprojekt Zukunft" umfasst die Bausteine "Holly Wood - Berufsorientierung für Mädchen in Handwerk und Technik", "Pfiffigunde - Prävention von Schulverweigerung" und "Kneifzange - Intervention bei Schulverweigerung".

"Holly Wood" bringt mit einem vielfältigen Praxisangebot und Informationsveranstaltungen Schülerinnen ab Klasse 5 handwerklich-technische Berufe näher. Ist das Interesse geweckt, hilft das Handwerkerinnenhaus bei der Suche nach Praktika und Ausbildung. Die "Pfiffgunde"-Kurse beugen Schulverweigerung vor, während die "Kneifzange" eine Chance für Schülerinnen ist, die die Schule über einen längeren Zeitraum nicht mehr besuchen. Hier erleben sie täglich eine Kombination aus Unterricht, sozialpädagogischer Begleitung und Werkstattarbeit.

Das gut vernetzte Handwerkerinnenhaus arbeitet pro Jahr mit 30 Schulen zusammen und erreicht so jährlich mehr als 1.300 Mädchen. SKala hilft dabei, das bewährte Konzept systematisch zu überarbeiten und Erfahrungen aus fast 30 Jahren Projektarbeit konsequent zusammenzuführen. Es können zwei neue Stellen für Fundraising und Controlling geschaffen werden, sodass sich die Mitarbeiterinnen auf die Weiterentwicklung konzentrieren können. Die Förderung bildet also die Basis für ein sanftes und reflektiertes Wachstum der gesamten Organisation.

Koordinierungsstelle gegen Verschleppung und Zwangsverheiratung

Türkisch-deutscher Frauenverein e. V.

  • Inklusion & Teilhabe
  • gefördert seit: August 2018
  • Fördersumme: 424.648,00 €
  • www.papatya.org

Eine 15-Jährige reist in den Ferien ins Herkunftsland ihrer Eltern und kommt nicht mehr zurück. Bei Verwandten zurückgelassen, soll sie lernen zu gehorchen, ihren Freund in Deutschland zu vergessen und einen von der Familie ausgesuchten Mann heiraten. Pass und Handy werden ihr abgenommen, sodass sie niemanden um Hilfe bitten kann. Seit 1986 berät der Türkisch-deutsche Frauenverein Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund, die Angst davor haben, einen ungeliebten Mann heiraten zu müssen, die befürchten verschleppt zu werden oder die bereits im Ausland zwangsverheiratet wurden und nach Deutschland zurückwollen.

Der Verein besteht aus einer Koordinierungsstelle gegen Zwangsverheiratung und Verschleppung, einer anonymen Kriseneinrichtung mit Mädchenwohnung und einer Online-Beratung, worüber die Mädchen zu jeder Zeit Kontakt aufnehmen können. Die Koordinierungsstelle schaltet Behörden ein und koordiniert die zuständigen Akteure um eine Rückkehr nach Deutschland zu ermöglichen. Die SKala-Förderung finanziert insbesondere die Koordinierungsstelle: Bis zu 130 Mädchen und junge Frauen sollen jedes Jahr beraten werden.

Um präventiv Verschleppung und Zwangsverheiratung zu verhindern, spricht sie gezielt 150 Berliner Schulen, Botschaften, Jugendämtern und anderen HelferInnen an. Zudem wertet sie Datenmaterial zur Verschleppung und Zwangsverheiratung aus, um verlässliche Zahlen in diesem großen Dunkelfeld zu ermitteln. SKala fördert außerdem die Suche und Einarbeitung einer neuen Geschäftsführung, da die bisherige Leiterin in Rente geht.

Studienbeteiligung von Nicht-Akademikerkindern in Deutschland steigern

ArbeiterKind.de gUG

  • Inklusion & Teilhabe

In Deutschland bestimmt noch immer die soziale Herkunft über die Bildungskarriere: Von 100 Kindern, deren Eltern nicht studiert haben, beginnen nur 27 ein Studium, bei Akademikerkindern ist die Wahrscheinlichkeit drei Mal so hoch. ArbeiterKind.de unterstützt deshalb alle klugen und talentierten Köpfe, die als Erste in ihrer Familie studieren möchten.

Bundesweit engagieren sich rund 6.000 ehrenamtliche MentorInnen in sechs Regionen. Sie informieren SchülerInnen und Lehrkräfte an Schulen, Universitäten oder auf Messen über die Möglichkeiten eines Studiums und begleiten Studierende vom Studienbeginn bis zum Abschluss und Berufseinstieg. Jährlich werden 35.000 SchülerInnen und Studierende erreicht. Das Erfolgsrezept: Die ehrenamtlich Engagierten sind meist selbst die Ersten, die studieren oder studiert haben, und ermutigen andere durch ihre authentische Bildungsgeschichte.

Mit der Skala-Förderung werden nun auch Koordinierungsstellen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Baden-Württemberg aufgebaut bzw. erhalten und regionale Fundraisingpläne entwickelt. Dadurch kann die Organisation die ehrenamtlichen Lokalgruppen stärken, Kooperationen mit Hochschulen aufbauen, 9.000 neue SchülerInnen und Studierende erreichen und damit die Studienbeteiligung von Nicht-Akademikerkindern steigern.

Darüber hinaus unterstützt SKala die Arbeiterkind.de-Geschäftsstelle in Berlin mit verschiedenen Maßnahmen der Organisationsentwicklung, die im Zuge des Wachstums der Regionalbüros notwendig sind.

TOBBi – Trauerland, Orientierung, Beratung und Bildung

Trauerland – Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche e.V.

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Wenn Kinder und Jugendliche einen geliebten Menschen verlieren, brauchen sie das Gefühl, mit ihren Fragen und Ängsten nicht alleine zu sein. In der Realität sind sie es leider häufig, weil die Angehörigen durch ihre eigene Trauer stark belastet sind - die Trauer der Kinder findet oft keinen Platz. LehrerInnen, ErzieherInnnen oder SozialarbeiterInnen sind ebenfalls mit der Thematik häufig überfordert.

Trauerland bietet Kindern und Jugendlichen in Bremen und Niedersachsen einen geschützten Raum für ihren individuellen Trauerweg. Zum Angebot gehören Trauergruppen, Einzelberatung (persönlich und am Telefon), Kriseninterventionen sowie Schulungen für Fachkräfte in Kita, Schulen und anderen sozialen Einrichtungen. Dank der SKala-Förderung wird das Beratungstelefon nun statt an zwei Tagen an fünf Tagen der Woche erreichbar sein. Damit kann sehr viel mehr Menschen geholfen werden und der Verein kommt seinem Ziel, ein weitreichendes Netzwerk mit Hilfsangeboten für trauernde Kinder, Jugendliche und ihre Familien über die Region hinaus anzubieten, ein großes Stück näher.

Mit Hilfe der SKala-Förderung ist Trauerland auch in der Lage, das Angebot an Schulungen, Seminaren und Ausbildungen zur Kinder- und Jugendtrauerbegleitung zu erweitern und sich als Kompetenzzentrum im Nordwesten zu etablieren. Langfristiges Ziel ist es, die bisher fast ausschließlich spendenfinanzierte Arbeit einer gesicherten Finanzierung durch öffentliche Mittel und andere Kostenträger aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich zuzuführen.

Aufbau bundesweiter Kompetenz zu Flucht, Migration und Behinderung

Handicap International e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Geflüchtete mit Behinderungen - schätzungsweise bis zu 15 Prozent aller Geflüchteten - sind in einer äußerst prekären Lage: Zahlreiche Zugangsbarrieren sorgen dafür, dass sie kaum oder nur eingeschränkt an der Gesellschaft teilhaben können. Die Strukturen von Flüchtlingsaufnahme- und - integration sind nicht inklusiv; der Zugang zu den Leistungen und Unterstützungsmöglichkeiten der Behindertenhilfe ist durch das Asylbewerberleistungsgesetz eingeschränkt.

Ihnen gelingt der Zugang nur dann, wenn Haupt- und Ehrenamtliche sie auf dem Weg durch den Bürokratie-Dschungel unterstützen. Mit SKala setzt die Organisation Handicap International mit einem Modellprojekt an diesen strukturellen Defiziten an. Die SKala-Förderung ermöglicht es, grundlegende Strukturen mit bundesweiter Wirkung in den drei ineinandergreifenden Bereichen Advocacy, Capacity Building und Empowerment aufzubauen.

Konkret bedeutet dies, dass ein deutschlandweites Netzwerk von AkteurInnen aufgebaut wird, das aktiv in politische Prozesse auf lokaler, regionaler und bundesweiter Ebene eingreift. Ein speziell zugeschnittenes Schulungskonzept für 60 Fachkräfte in Einrichtungen der Flüchtlings- und Behindertenhilfe hilft Fachkräften dabei, Geflüchtete mit Behinderung besser zu unterstützen. Durch Empowerment-Angebote werden Geflüchtete gestärkt, selbst für ihre Rechte einzutreten. Handicap International sammelte mit dem erfolgreichen Projekt "ComIn" - eine Anlaufstelle für Geflüchtete mit Behinderung - bereits wertvolles Praxiswissen, an das das Modellprojekt anknüpfen kann.

(C) Foto: Till Mayer

Die Brückenbauer – Theaterpädagogische Projekte verbinden Jung und Alt

Theater ImPuls e.V.

  • Brücke zwischen den Generationen
  • gefördert seit: Juli 2018
  • Fördersumme: 755.740 €
  • https:// www.theaterimpuls.de

Theater ImPuls führt seit mehr als 20 Jahren theaterpädagogische Projekte mit Kindern und Jugendlichen in Köln durch. Dafür kooperiert der gut vernetzte Verein mit lokalen Schulen und Jugendeinrichtungen. Die SchülerInnen - meist aus Hauptschul- und Förderklassen - haben mit Theater häufig wenige Berührungspunkte. Bei TheaterImpuls setzen sie sich mit jugendgemäßen Versionen von Dramen wie "Nathan der Weise" auseinander oder entwickeln eigene Theaterszenen.

Sie beschäftigen sich mit Themen wie Integration, Freundschaft oder Mobbing und begegnen Fragen des Zusammenlebens in Vielfalt. Durch das Spielen wachsen sie über sich selbst hinaus und entwickeln Fähigkeiten, die für den späteren Beruf wichtig sind. Mit SKala hat der Kölner Verein die einmalige Chance, ein neues, intergeneratives Konzept zu erproben und echte Begegnungen zwischen Jung und Alt zu schaffen. Im Modellprojekt "Die Brückenbauer" treffen Jugendliche auf SeniorInnen und setzen die Lebensgeschichten der Älteren szenisch um.

Und beide Seiten profitieren: Während die jungen Teilnehmenden ihre Sozialkompetenzen stärken, wird den älteren wieder die Teilhabe am sozialen Leben außerhalb des Altenheims ermöglicht; auf beiden Seiten werden Vorurteile und Berührungsängste abgebaut. Das Projekt hat auch das Potenzial, denjenigen, die kurz vor einem Abschluss stehen, Einblicke in die Arbeit mit älteren Menschen zu geben. Hierfür werden zum Beispiel typische Alltagssituationen von AltenpflegerInnen szenisch umgesetzt.

Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung sowie Einkommens- und Ernährungssicherheit in der Region Gao, Mali

arche noVa – Initiative für Menschen in Not e.V.

  • Vergessene Krisen

Schwierige klimatische Bedingungen, bewaffnete Auseinandersetzungen und Perspektivlosigkeit sorgen für eine angespannte Lebenssituation im Norden Malis. Arche noVa ist seit fünf Jahren in Nord-Mali aktiv und sucht nach nachhaltigen Lösungen, um zu einer Verbesserung der Lebensumstände beizutragen. Mit einem neuen Projekt konzentriert sich die internationale Organisation auf die unzureichende Trinkwasser-, Sanitär- und Hygieneinfrastruktur sowie die prekäre Nahrungsmittel- und Einkommenssicherheit in der Region Gao.

Es werden neue Brunnen und Latrinen errichtet, damit die Schulen und Gemeinden besser versorgt sind und Hygieneschulungen durchgeführt. Außerdem werden Maßnahmen zur Einkommensschaffung umgesetzt, die im Rahmen der ökologischen Gegebenheiten stattfinden. Konkret bedeutet das: eine bessere Unterstützung im Bereich Landwirtschaft und Fischerei, Ausbildungen in der Tierhilfe und der Aufbau von Impfparks.

Angewandtes Hygienewissen und die Möglichkeiten der selbstständigen Instandhaltung von Waser und Sanitäranlagen senken das Krankheitsrisiko - das bewiesen bereits Projekte in der Region. Sie zeigten auch, dass Ausbildungsangebote nachgefragt sind und die sozioökonomische Situation der Menschen verbessern. Das Besondere: Das Projekt deckt nicht eine einzelne Zielgruppe ab, sondern versucht die gesamte Gemeinde zu stabilisieren. Insgesamt sollen 22.500 Menschen erreicht werden.

Seniorenbesuchsdienst im ländlichen strukturschwachen Raum

Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.

  • Brücke zwischen den Generationen

Im November 2017 suchte ein einsamer Rentner mit einem handgeschriebenen Zettel in einem Berliner Supermarkt nach einer Familie, die mit ihm zusammen Weihnachten feiern möchte. Solche Geschichten rühren zutiefst, doch sind sie leider auch die traurige Realität von vielen älteren Menschen. Wenn die Kinder weggezogen sind und der Ehepartner oder die Ehepartnerin stirbt, bleiben sie oft alleine zurück. Gerade in ländlichen Gegenden mit unzureichend ausgebautem ÖPNV ist die Gefahr groß, dass diese Menschen vereinsamen.

Mit solchen Herausforderungen kämpft auch der Landkreis Märkisch Oderland im Land Brandenburg. Der Caritasverband möchte mithilfe von SKala einen Beitrag dazu leisten, das Leben von 150 dort lebenden Seniorinnen und Senioren zu verbessern. Der Verband wirkt mit einem regelmäßigen Besuchsdienst durch Ehrenamtliche der drohenden Einsamkeit und sozialen Verarmung von älteren Menschen entgegen und stärkt bürgerschaftliches Engagement und Solidarität.

Dies geschieht durch Gespräche, Spaziergänge, Treffen der Tandems untereinander und vereinzelt auch durch Behörden- oder Arztbesuche. Die ehrenamtlichen Jugendlichen und Erwachsenen werden zuvor geschult. Die Wirkung des Pilotprojekts wird extern überprüft und anschließend auf weitere strukturschwache ländliche Regionen übertragen. Der Seniorenbesuchsdienst füllt einen wichtigen Bereich im Landkreis, dem bisher nicht die nötige Beachtung geschenkt wurde.

(C) Foto: Maik Meid (https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/legalcode)

Medizinische Grundversorgung für alle!

Ärzte der Welt e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Hunderttausende Männer, Frauen und Kinder leben in Deutschland offiziell ohne Krankenversicherung, eine genaue Zahl wird nicht erfasst. Aber auch Menschen mit Krankenversicherung, wie etwa Wohnungslose, haben Schwierigkeiten beim Zugang zum Gesundheitssystem: Diskriminierung, administrative Hürden und mögliche Selbstbeteiligung an den Behandlungskosten sind Gründe, den Arztbesuch aufzuschieben und die Gesundheit zu riskieren.

Ärzte der Welt hat in vier Regionen (West-)Deutschlands ein Programm ins Leben gerufen, das denen hilft, die keinen oder nur eingeschränkten Zugang zum Gesundheitssystem haben. Jede Woche suchen Betroffene die dolmetschergestützten Sprechstunden oder Behandlungsbusse auf, wo ihnen meist ehrenamtliche HelferInnen zur Seite stehen. Die SKala-Förderung ermöglicht Ärzte der Welt einen neuen Standort in Ostdeutschland zu eröffnen und an den alten Standorten zusätzlichen 1.500 Menschen zu helfen.

Um dem hohen Bedarf nach psychiatrischer und psychotherapeutischer Gesundheitsversorgung gerecht zu werden, wird das Angebot dementsprechend erweitert. Ärzte der Welt treibt die Vision einer Gesellschaft an, in der alle Individuen Zugang zu der von ihnen benötigten Gesundheitsversorgung haben. Deshalb sensibilisiert das Projekt politische EntscheidungsträgerInnen und trägt die Thematik in die breite Öffentlichkeit.

ReStart & Empower

Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Mindestens die Hälfte aller Geflüchteten in Deutschland ist psychisch krank. Häufig leiden sie unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder einer Depression. Doch nicht einmal zehn Prozent der Erkrankten sind in psychotherapeutischer Behandlung. Die Folge: unbehandelte psychische Krankheiten können chronisch werden; Erinnerungen an das Erlebte bleiben, und werden so stark erlebt als wären sie real. Am „normalen“ Leben teilzunehmen scheint fast unmöglich.

Der Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. möchte diese Negativspirale stoppen und schafft mit ReStart & Empower ein niedrigschwelliges Angebot für Geflüchtete mit psychischen Problemen. Die SKala-Förderung ermöglicht eine Erstberatung, die eine erste Linderung der psychischen Belastung für Betroffene und deren Angehörige verspricht. Falls nötig, können sie in weiterführende Therapieangebote vermittelt werden.

Während der Beratung ist ein/e DolmetscherIn anwesend. In den Einzel-und Gruppenangeboten kann bis zu 1.180 Geflüchteten und ihren Angehörigen geholfen werden, Bewältigungsstrategien für den Alltag zu erlernen und die Teilhabe am sozialen Leben zu ermöglichen. Mit der SKala-Förderung werden auch Fortbildungen für Caritas-Mitarbeitende umgesetzt, damit diese psychische Erkrankungen wie beispielsweise PTBS besser erkennen und dementsprechend handeln können.

Selbstbewusst auf dem Weg zum Ausbildungsplatz

Forumtheater inszene e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Der Verein Forumtheater inszene e.V. unterstützt junge Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund aus Förderklassen an Berufskollegs in Köln auf dem Weg zu Praktika, Ausbildung und Schulabschluss. Das Projekt setzt nicht auf herkömmliche Maßnahmen, sondern nutzt das Forumtheater - eine Methode, die unter anderem weltweit für die Friedensförderung eingesetzt wird.

In Workshops setzen sich die Jugendlichen unter Leitung von professionellen SchauspielerInnen mit Themen wie Selbst- und Fremdwahrnehmung, Stärken und Schwächen und verschiedenen Bewerbungssituationen auseinander. Durch das konkrete Spielen nehmen die Jugendlichen andere Perspektiven ein, erlernen Handlungsstrategien für kritische Situationen und fühlen sich im Umgang mit ArbeitgeberInnen sicherer, was den Einstieg in die Ausbildung erleichtert. Die Lehrkräfte berichten, dass positive Veränderungen im Auftreten und der Selbstreflexion spürbar sind.

Die SKala-Förderung sichert dieses bewährte Angebot und ermöglicht eine umfassendere Herangehensweise. Zum einen wird das Angebot um mehrere theaterpädagogische Workshops erweitert, die die Teilnehmenden über ein Jahr hinweg begleiten, zum anderen können mehr als doppelt so viele Jugendliche am Projekt teilnehmen und dabei auch ältere SchülerInnen bis 24 Jahre angesprochen werden.

Zudem unterstützt SKala den Verein bei seiner Professionalisierung: Während des Förderzeitraums werden Fundraisingstrategien entwickelt, um eine langfristige, dauerhafte Finanzierung sicherzustellen.

Empowerment auf Augenhöhe – Psychosoziales Counseling-Center für Geflüchtete

Ipso gGmbH

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Studien zufolge leiden Menschen mit Migrations-/Fluchtgeschichte häufiger unter Angsterkrankungen, Depressionen oder einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Krank machen sie aber nicht nur die brutalen Erlebnisse in der Heimat oder während der Flucht, sondern auch das Leben in Deutschland belastet sie mitunter stark. Ipso bietet psychosoziale Beratung für Geflüchtete an, um sie bei der Bewältigung von Traumata und belastenden Lebenssituationen zu unterstützen. Die Beratung hilft dabei, Radikalisierungstendenzen zu erkennen sowie Isolation, Drogenmissbrauch und häusliche Gewalt zu reduzieren.

Der in Afghanistan entwickelte Ansatz ist dort fest im öffentlichen Gesundheitssystem etabliert und wurde erfolgreich u.a. in China, Syrien und dem Libanon umgesetzt. Mit SKala wird das erste Ipso-Counseling Center für Geflüchtete in Berlin aufgebaut. Das Besondere: Die Ipso-zertifizierten Counselor gehören dem gleichen Kulturkreis an, haben ähnliche Fluchterfahrungen gemacht und sprechen die gleiche Sprache. Das schafft eine tiefe Vertrauensbasis bei den Teilnehmenden.

Bis zu 12 Counselor werden in Berlin rund 8.000 Gespräche durchführen und so vielen Geflüchteten dabei helfen, auch in herausfordernden und belastenden Lebenssituationen handlungsfähig zu sein und positiv auf das eigene Leben Einfluss zu nehmen. Langfristig werden die Sozial- und Gesundheitssysteme bei der Entlastung unterstützt und die Counselor durch ihre Arbeit im Center in den Arbeitsmarkt integriert.

Bona Peiser: Soziokulturelle Projekträume

Wassertor e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Die Einwohnerschaft im Kreuzberger Wassertorkiez zählt bisher zu den ärmsten Berlins. In den letzten Jahren entstanden mehrere große Unterkünfte für Geflüchtete und gleichzeitig ein florierendes Start-Up- und Gewerbegebiet. Diese Entwicklung löst bei vielen alteingesessenen BewohnerInnen Unsicherheit und Angst vor Verdrängung aus; umgekehrt fühlen sich Viele der Geflüchteten isoliert und haben wenig Kontakt zur Nachbarschaft.

Der Wassertor e. V. möchte das ändern und den Zusammenhalt im Kiez stärken, indem er in der "Bona Peiser", einer ehemaligen Bibliothek, einen Ort der Begegnung schafft. Die Bona Peiser spricht insbesondere Menschen zwischen 20 und 40 Jahren an, für die es nur wenige Angebote in der Nachbarschaft gibt. Ziel ist es, die gemischte Nachbarschaft zusammenzubringen und gemeinsam Angebote zu entwickeln und umzusetzen - von Musikabenden über Workshops bis hin zu Mentoring-Treffen. Der im Stadtteil bestens vernetzte Verein kooperiert dazu mit Nachbarschaftsgruppen, sozialen Organisationen und lokalem Gewerbe.

Die Skala-Initiative fördert das Projekt mit einer Personalstelle, die die Gruppen vernetzt, Kooperationen schließt und die BewohnerInnen begleitet. Der in den letzten Jahren stark gewachsene Verein wird darüber hinaus mit einer umfassenden Organisationsentwicklung unterstützt. Damit will sich der der Wassertor e. V. nachhaltig professionalisieren, ohne dabei die Ursprünge und die Nähe zum Stadtteil aus den Augen zu verlieren.

 

(C) Foto: Stephan Bögel/sbgl.de

Liebelle – Beratungs-, Forschungs- und Bildungsstätte für Sexualität und geistige Behinderung

in.betrieb gGmbH Gesellschaft für Teilhabe und Integration

  • Inklusion & Teilhabe

Jeder Mensch hat das Recht auf Sexualität. Die in.betrieb gGmbH räumt mit dem Projekt "Liebelle" mit Vorurteilen und Stereotypen auf und unterstützt Menschen mit geistiger Behinderung auf ihrem Weg zu einem sexuell selbstbestimmten Leben. Die Beratungsstelle bietet Einzel- und Paarberatung sowie Bildungsseminare für Menschen mit Behinderungen in Mainz an.

Das umfangreiche Angebot aus Beratung, Veranstaltungen und Fortbildungen - auch für Eltern, Angehörige und Fachkräfte - macht die Liebelle deutschlandweit einmalig. Die SKala-Förderung ermöglicht den Fortbestand und die Ausweitung der Arbeit: Schrittweise wird das bestehende Angebot durch eine Online-Beratung und ein psychotherapeutisches Angebot ausgebaut, und auch Jugendliche unter 16 Jahren und deren Angehörige sollen erreicht werden. Die begleitende Forschungsarbeit wird durch einen Wissenschaftsbeirat ausgebaut und das Fachpersonal aufgestockt.

Zusätzlich wird eine Fundraising-Fachkraft eingestellt, die für eine solide finanzielle Basis nach Auslaufen der Förderung sorgt. In den Gruppenangeboten, Einzel- oder Paarberatungen soll jährlich mehr als 120 Menschen mit geistiger Behinderung geholfen werden, ihre Sexualität selbstbestimmt zu leben. Gleichzeitig befähigt das Angebot jährlich mehr als 120 Fachkräfte der Behindertenhilfe und 60 Eltern und Angehörige dazu, reflektiert mit den Themen Liebe und Sexualität umzugehen und Menschen mit Behinderung bei selbstbestimmten Entscheidungen zu unterstützen.

Multisektorale Ernährungssicherungsmaßnahmen im Südsudan und in Norduganda 2018-2021

Deutscher Caritasverband e.V. / Caritas international

  • Vergessene Krisen

Seit 2013 tobt ein Bürgerkrieg im Südsudan, der sich zu einer der größten humanitären Krise entwickelt hat. Mehr als fünf Millionen Menschen sind einer unsicheren Ernährungssituation ausgesetzt und wissen nicht, wie sie sich und ihre Familien in den nächsten Tagen ernähren werden. Viele sind aus ihren Heimatorten geflohen und leben derzeit in Camps oder Gastgemeinden über das Land verteilt.

Das benachbarte Norduganda erfährt den größten Flüchtlingszustrom in seiner Geschichte, mehr als eine Millionen Geflüchtete suchen hier Schutz. Caritas international ist seit 2014 in der Region aktiv. Mit der SKala-Förderung wird ein Projekt in den drei am stärksten betroffenen Regionen im Südsudan und Norduganda umgesetzt. Mindestens 32.000 südsudanesischen Binnenvertriebenen, Geflüchteten und Menschen aus den Gastgemeinden kann mit dem Projekt geholfen werden.

Neben Nahrungsmitteln und Haushaltsartikeln erhalten die Menschen Saatgut und Werkzeuge, um sich nach Ablauf der Programmlaufzeit selbstständig mit Lebensmitteln zu versorgen. Zusätzlich wird 360 Jugendlichen in Norduganda eine Ausbildung ermöglicht, die ihnen und ihren Familien ein Einkommen schafft. Umgesetzt wird dies von drei Organisationen vor Ort, die bereits ähnliche Projekte mit Caritas international erfolgreich umgesetzt haben. Die SKala-Förderung ermöglicht eine Stärkung dieser lokalen Partnerorganisationen durch Schulungsmaßnahmen, programmatischen Austausch sowie individualisierte, personelle wie auch materielle Unterstützung.

(C) Bild: Caritas international

Niger – Gemeinsam Kinder vor der nächsten Hungerkatastrophe schützen

Deutsches Komitee für UNICEF e.V.

  • Vergessene Krisen
  • gefördert seit: April 2018
  • Fördersumme: 2.404.550,95 €
  • www.unicef.de

Niger hat eine der höchsten Kindersterblichkeitsraten der Welt: Jedes achte Kind erlebt seinen fünften Geburtstag nicht, Mangelernährung ist für jeden dritten dieser vermeidbaren Todesfälle mitverantwortlich. UNICEF ist es in den letzten Jahren schon gelungen, Ernährungszentren in Niger aufzubauen und auch mangelernährte Kinder in abgelegen Regionen zu erreichen. Doch die Herausforderung Mangelernährung bleibt.

Das von SKala geförderte Projekt richtet sich an akut mangelernährte oder durch Mangelernährung bedrohte Kinder und ihre Eltern in den Hochrisiko-Regionen Zinder, Maradi und Diffa im Süden Nigers. UNICEF hilft bei Struktur- und Wissensaufbau in den Gesundheitsbehörden, beschafft und verteilt therapeutische Spezialnahrung an 52.000 mangelernährte Kinder und schult örtliche Gesundheitshelfer darin, die Zeichen von Mangelernährung zu erkennen und zu behandeln. Gleichzeitig werden Freiwillige ausgebildet, um Eltern in Gesundheitsfragen zu beraten und Mütter-zu-Mütter-Unterstützungsgruppen zu gründen.

Wiederholte Aufklärung zu Ernährungs- und Gesundheitsfragen sowie Hygiene und individuelle Beratung versetzen die Mütter in die Lage, ihre Säuglinge und Kleinkinder auch mit knappen Mitteln richtig und ausgewogen zu ernähren. Im Rahmen der jährlichen Malaria- Präventionskampagne werden Ernährungsscreenings durchgeführt, die landesweit rund 2,5 Millionen Kinder erreichen und die Früherkennung von Mangelernährung ermöglichen. Eine Entwurmungskampagne sowie Vitamin-A-Gaben für 274.000 Kinder verbessern zusätzlich den Zustand der Kinder und ermöglichen ihnen so ein gesundes Aufwachsen.

(C) Foto: UNICEF/DT2017-58809/Claudia Berger

Jugend hackt

Open Knowledge Foundation e.V.

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Die Digitalisierung birgt große Veränderungen und Chancen für unsere Gesellschaft, und auch HackerInnen spielen hierbei eine wichtige Rolle. Bisher gab es nur wenige außerschulische Angebote, die talentierten und interessierten Jugendlichen im Bereich Technik und Programmieren einen Raum und eine Community zum Coden und Tüfteln bieten.

Die Open Knowledge Foundation Deutschland und mediale pfade.org schaffen mit "Jugend hackt" ein einzigartiges Wochenend-Programm für technikbegeisterte Jugendliche, auf denen diese nicht nur für sie gesellschaftlich relevante Projekte umsetzen und neues Wissen erwerben, sondern auch die Möglichkeit haben, Gleichaltrige mit den gleichen Interessen kennenzulernen und sich auszutauschen. Die Veranstaltungen finden sieben Mal im Jahr in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Die Events erfreuen sich so großer Beliebtheit, sodass Jugend hackt nicht immer allen Jugendlichen genügend Raum bieten kann.

Mit SKala kann sich das Programm von bisherigen Events hin zu regelmäßigen Angeboten für Jugendliche weiterentwickeln. Hierfür werden sechs Labs in verschiedenen Städten Deutschlands und eine Online-Community aufgebaut. Jugend hackt wurde bereits 2017 mit dem Wirkt-Siegel ausgezeichnet. Das Programm selbst, aber auch die Gesamtorganisation, sind seit der Gründung 2013 stark gewachsen, ohne die Möglichkeit, die eigenen Strukturen dem Wachstum anzupassen. Mit der SKala-Förderung wird dies für die Bereiche Governance und Fundraising ermöglicht.

familY-Programm

Education Y – Bildung. Gemeinsam. Gestalten.

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Das deutsche Bildungssystem benachteiligt Kinder, die nicht gerade unter den besten Voraussetzungen aufwachsen, zum Beispiel Armut sowie niedrige Bildung seitens der Eltern. Education Y wurde 2005 mit der Vision gegründet, gerechtere Bildungschancen für Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrer Herkunft zu ermöglichen. Dabei setzt das familY-Programm des Vereins aus Düsseldorf frühzeitig bei den Eltern an.

Es qualifiziert Fachkräfte aus Kitas, Grundschulen oder Familienzentren zu familY- BegleiterInnen, die mit den Eltern in 12 Elterntreffen zusammenarbeiten. Dabei geht es um das Lernverhalten der Kinder, die Übergangsphase von der Kita in die Schule und die Selbstständigkeit als Schulkind. Durch praktische Übungen und Methoden verstehen die Eltern das Lernen ihres Kindes und können dieses besser fördern. Die Familien werden über Bildungsinstitutionen, aber auch über städtische Verwaltung oder über Wohlfahrtsverbände erreicht, in deren Einrichtungen die Elterntreffen durchgeführt werden.

Bisher wurden 12 solcher Standorte über drei Jahre begleitet. Durch die SKala-Förderung können sechs weitere Standorte eröffnet werden, wofür neues Personal eingestellt wird. Zusätzlich folgt eine inhaltliche Weiterentwicklung des Programms um das Thema digitale Souveränität. Die SKala-Förderung ermöglicht dem Verein darüber hinaus, bisherige Fundraisingstrategien zu stärken und agile Prozessstrukturen zu erlernen und umzusetzen.

(C) Bild: Bente Stachowske / EDUCATION Y.

kein Abseits! 2.0

kein Abseits! e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Begegnungen zwischen verschiedenen Lebenswelten ermöglichen - auch da, wo sonst keine entstehen. Mit dieser Vision vor Augen wurde 2011 die Organisation kein Abseits! e.V. von den Berlinerinnen Sinem Alparslan und Gloria Amoruso ins Leben gerufen. Mit Sport & Erlebnispädagogik, Berufserkundung & Engagementförderung sowie 1:1-Mentoring unterstützt der Verein Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung, damit sie ihre Chancen wahrnehmen und nicht ins gesellschaftliche Abseits geraten.

Kein Abseits! 2.0 richtet sich an diejenigen Kinder und Jugendliche in Berlin-Reinickendorf, die oft nur wenige Orte und Aktivitäten außerhalb ihres unmittelbaren Umfelds kennen. In dem freizeitorientierten Mentoringprogramm erhalten die 9- bis 13-Jährigen mindestens acht Monate lang Unterstützung von ehrenamtlichen MentorInnen. Jede Woche treffen sich die Tandems für einen Nachmittag, um gemeinsam Berlin zu erkunden, im Hochseilgarten Hürden zu überwinden oder eine Ausstellung im Museum zu besuchen.

Wenn die Kleinen das Jugendalter erreicht haben, wird ihnen ein Community-Service-Programm angeboten, in dem sie freiwillige Arbeit in einer sozialen Einrichtung leisten. Kinder, die einst Hilfe empfangen haben, werden selbst zu Helfenden. Mithilfe der SKala-Förderung sollen 200 Tandems am Standort Reinickendorf und weitere 50 Tandems an einem neuen Standort gematcht werden. Darüber hinaus unterstützt SKala den Verein dabei, Strategien für eine nachhaltige Finanzierung sowie ein Wachstums- und Skalierungskonzept zu entwickeln

Sozioökonomische Reintegration von Binnenflüchtlingen in den Gebieten von Rutshuru, Lubero, Beni und Nyiragongo (Ost-Kongo)

Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V.

  • Vergessene Krisen
  • gefördert seit: Februar 2018
  • Fördersumme: 915.992,00 €
  • www.cbm.de

Etwa 13 Mio. Menschen in der Demokratischen Republik Kongo sind auf humanitäre Hilfe angewiesen - davon ca. 4,3 Mio. Binnenflüchtlinge. Seit drei Jahrzenten besteht insbesondere im Osten der Republik eine chronische humanitäre Krise, verursacht durch schwache lokale Institutionen, fehlende Infrastruktur, Armut und Angriffe bewaffneter Truppen. Besonders Menschen mit Behinderungen sind von den Krisen stark betroffen.

Die Christoffel-Blindenmission, eine etablierte internationale Entwicklungsorganisation, setzt mithilfe der SKala-Förderung ein erfolgreiches Pilotprojekt aus dem Jahr 2015 in den Regionen Ruthsuru, Lubero, Beni und Nyiragongo um. Ziel ist es, die Geflüchteten aus den Flüchtlingslagern bei einer Rückkehr in ihre Heimatgemeinden zu unterstützen.

Dies geschieht durch sehr unterschiedliche, aber ineinandergreifende Maßnahmen: So werden durch die Verteilung von Haushaltsgegenständen Anreize zur Rückkehr geschaffen und mithilfe von Spargruppen Einkommen gesichert (Kleinkredite für Geschäftsideen). Darüber hinaus werden die Rückkehrenden besser medizinisch versorgt. Das Projekt führt auch Kampagnen durch, um für die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren.

Insgesamt können 6.000 Menschen in Ost-Kongo profitieren. Umgesetzt werden diese Maßnahmen durch die kongolesische Organisation HEAL Africa. Die SKala-Förderung ermöglicht zudem eine organisationale Weiterentwicklung HEAL Africas und eine bessere Vernetzung mit UN-Organisationen.

(C) Foto: CBM/Hayduk

Kinder aus der Klemme

Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH

  • Inklusion & Teilhabe

Wenn Eltern sich trennen, hinterlässt das bei Kindern tiefe Wunden. Schmerzhaft ist eine Trennung immer. Aber es gibt die Fälle, in denen die Konflikte so groß sind, dass das Wohl der Kinder gefährdet wird. Hier ist professionelle Hilfe geboten, um schweren psychischen Langzeitfolgen für Kinder vorzubeugen. Die Pfefferwerk gGmbH hat mit "Kinder aus der Klemme" ein Interventionsprogramm basierend auf einem international anerkannten therapeutischen Ansatz aus den Niederlanden entwickelt.

Eltern sollen gemeinsam mit TherapeutInnen und anderen Paaren während der Trennung einen Weg finden, für die Sicherheit und Entwicklung ihrer Kinder zu sorgen. In Einzel- und Gruppengesprächen und Übungen für Eltern lernen sie, sich besser zu kontrollieren und liebevolle Absichten des Ex-Partners in Bezug auf ihre Kinder zu erkennen. Die Kinder verstehen, dass es die Aufgabe der Eltern ist, nach Lösungen für die Konflikte zu suchen.

Dank der SKala-Förderung wird das Leuchtturmprojekt erstmalig in ganz Berlin umgesetzt. Innerhalb des Förderzeitraums sollen 36 Familien unterstützt und Erkenntnisse des Projekts auf ganz Deutschland übertragen werden. Dabei wird das Programm wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Justine von Lawick, die das Programm erfolgreich in den Niederlanden etabliert hat, unterstützt dabei als Supervisorin.

Darüber hinaus baut die Organisation ihre Fundraisingstrategie mittels Workshops und Unterstützung von externen BeraterInnen aus, um weitere Finanzierungswege für neue Angebote zu erschließen.

Wir schauen über den Altersrand – Konzept über die gemeinsame Betreuung von Jung und Alt

SOS-Kinderdorf e.V. / SOS-Mütterzentrum Salzgitter

  • Brücke zwischen den Generationen

Begegnungen zwischen Jung und Alt sind heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Immer mehr ältere Menschen sind einsam und die Wahrscheinlichkeit, dass jüngere Menschen später Verantwortung für Ältere übernehmen, nimmt immer mehr ab. Das SOS-Mütterzentrum Salzgitter Mehrgenerationenhaus, eine Einrichtung der SOS-Kinderdorf e.V., bringt Jung und Alt wieder regelmäßig zusammen und zwar weit über punktuelle KiTa- oder Altenheimbesuche hinaus.

Mithilfe der SKala-Förderung wird erstmalig eine altersübergreifende Tagesbetreuung etabliert, die 16 alte Menschen in der Tagespflege und 25 KiTa-Kinder alltäglich gemeinsam nach einem integrierten Konzept betreut. Es gibt gemeinsame Rituale, Mahlzeiten und spezifische Angebote wie Musik oder Spielenachmittage. Das Projekt wird laufend kontrolliert und angepasst, fachlich durch einen Steuerungskreis begleitet und evaluiert. Zusätzlich werden Mitarbeitende in der intergenerativen Arbeit geschult.

SKala ermöglicht, ein Konzept zu erproben, dass ein großes Potenzial hat, seine Wirkung auf ganz Deutschland zu entfalten und übertragen sowie einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu leisten. Das Modellprojekt illustriert, wie ein alltägliches Leben in der modernen Form einer Wahlfamilie gestaltet werden kann. Es trägt einen wichtigen Teil dazu bei, älteren Menschen wieder ein Gefühl der Wertschätzung und gesellschaftlicher Teilhabe zu geben.

Sprungbrett Schulabschluss

Off Road Kids Jugendhilfe gGmbH

  • Engagement- & Kompetenzförderung

In Deutschland sind rund 37.000 junge Menschen ohne festen Wohnsitz. Etwa ein Drittel dieser jungen Obdachlosen hat keinen Schulabschluss und damit auch keine Chance auf einen Ausbildungsplatz. An seinen Streetwork-Stationen arbeitet Off Road Kids – 2013 ausgezeichnet mit dem PHINEO-Wirkt-Siegel – erfolgreich daran, die Lebenslage der Jugendlichen nachhaltig zu stabilisieren und ihnen neue Zukunftsperspektiven zu ermöglichen.

Fehlende Schulabschlüsse verhindern aber eine dauerhafte gesellschaftliche Integration. Klassische Schulkurse der Jobcenter zum Nachholen des Abschlusses helfen bei der Zielgruppe jedoch nicht weiter. Wirkungsvoller ist vielmehr ein flexibles Beschulungsprogramm und eine intensive sozialpädagogische Begleitung.

Die SKala-Förderung ermöglicht diese Kombination aus sozialpädagogischer und Lernbegleitung im Rahmen eines bewährten Fernschulprogramms. Mithilfe des Programms sollen zwei Drittel der Teilnehmenden einen Ausbildungsplatz erlangen – ein ehrgeiziges Ziel, das den sehr professionell aufgestellten Streetworkern von Off Road Kids aber zuzutrauen ist.

Wenn das Pilotprojekt in Dortmund erfolgreich ist, kann die SKala-Förderung vielen obdachlosen Jugendlichen und Straßenkindern eine Brücke in den Ausbildungsmarkt eröffnen und damit ihr Leben entscheidend verändern. Im Erfolgsfall wird auch eine Finanzierung als Berufsförderungsmaßnahme durch die Jobcenter/Jugendberufsagenturen angestrebt, damit das Modellprojekt weiter verbreitet werden kann. Ob dies gelingt, wird Ende 2019 erkennbar sein.

Gemeinsam stark und aktiv für Demokratie und Zivilcourage

Aktion Zivilcourage e.V.

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Konflikte nehmen zu – ob im Klassenzimmer oder auf dem Pausenhof, in Kita oder Schule. Diversität stellt alle Beteiligten vor neue Herausforderungen, Eltern, Lehrkräfte und Jugendliche gleichermaßen.

Die Aktion Zivilcourage e.V. verfügt über jahrelange Erfahrung im Bereich der politischen Bildung und will bewährte Methoden, Modelle und Herangehensweisen nun auf neue Zielgruppen ausweiten. Mit dem Förderprojekt werden Heranwachsende bestärkt, gesellschaftliche Herausforderungen wie Flucht, Migration, Globalisierung und Populismus lösungsorientiert und vor allem im konstruktiven Miteinander zu bewältigen.

Die Befähigung für Teilhabe, Meinungsbildung oder Toleranz werden weitestgehend im Kindesalter angelegt und sind im Erwachsenenalter kaum mehr vermittelbar. In der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen trägt der Verein deshalb dazu bei, der zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung, der zunehmenden Ablehnung gegenüber anderen Kulturen und politischen Verantwortlichen sowie der Abwendung gegenüber einer demokratischen Kultur entgegenzuwirken. Deshalb werden dem Alter entsprechend Bildungsangebote entwickelt und angeboten. Pro Jahr finden etwa 70 Workshops für Kinder und Jugendliche statt sowie monatlich eine Fortbildung für das pädagogische Fachpersonal.

Neben der Projektförderung stärkt SKala auch die Organisation, indem u. a. die Professionalisierung des Fundraisings unterstützt wird.

Der Aktion Zivilcourage e.V. wurde 2013 für seine Bildungsarbeit das PHINEO-Wirkt-Siegel verliehen.

Fortbildung mit kick für die Migrationsgesellschaft

Step Stiftung

  • Inklusion & Teilhabe

Die step stiftung Freiburg fördert seit 2004 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, Fluchterfahrung und in prekären Lebenssitutationen. Die Stiftungsprojekte "kick for girls" (2015 mit dem PHINEO-Wirkt-Siegel ausgezeichnet) und "kick für soziale entwicklung" bauen Brücken zwischen Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen ethnischen, sozialen, kulturellen und religiösen Biographien. Ziel ist es, mittels Sport- und Bewegungsangeboten mehr Partizipation, Inklusion und soziale Mobilität zu erreichen.

Die bisherigen Erfahrungen sollen in dem neuen Projekt "Fortbildung mit kick für die Migrationsgesellschaft" genutzt werden, um die TrainerInnen der step stiftung sowie andere Zielgruppen (ÜbungsleiterIn, TrainerIn, SportstudentIn, SportlehrerIn) im Bereich Sport und Integration systematisch weiterzubilden. Denn: Sport wirkt nicht per se sozial-integrativ. Die Anleitenden brauchen spezifische Qualifikationen, um die jungen Menschen zu erreichen.

Ziel ist es, ca. 500 VertreterInnen diverser Organisationen zu befähigen, eigenständig integrative/inklusive, kultursensitive und geschlechterparteiliche Sport- und Bewegungsangebote durchzuführen. Dazu wird in Kooperation mit dem Institut für Sport und Sportwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ein modulares Fortbildungskonzept entwickelt, das je nach Zielgruppe angepasst werden kann. TrainerInnen der Stiftung bieten die Kurse an.

SKala fördert die Entwicklung von Fortbildungen. Neben dem Wissensaufbau kann die Stiftung dadurch auch langfristig Einnahmen für die nachhaltige Stärkung der Organisation generieren.

Weiterentwicklung Coolnesstraining im Teamsport

Zweikampfverhalten e.V.

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Im Hamburg-Wilhelmsburger (Schul-) Alltag erkämpfen sich junge Menschen aus problematischem Umfeld Teilhabe und Integration oft mit Gewalt. Zweikampfverhalten e.V. verwandelt ihr unsportliches Verhalten seit 2008 durch Sportsozialarbeit und Kompetenzförderung mit multi-ethnischen TutorInnen, Sportprofis und Ehrenamtlichen in respektvolles Miteinander. Ehemalige TeilnehmerInnen zeigen ihnen mit Sportangeboten, Coolnesstraining und individuellen Hilfen, wie sie ihre Chance auf soziale Mobilität verwirklichen können.

Die meisten der jährlich bis zu 400 teilnehmenden Kinder und Jugendlichen entwickeln sich positiv. Sie sind gelassener, hilfsbereiter und motivierter, schlichten Streitigkeiten, strengen sich in der Schule mehr an und wollen selbst Vorbild für andere sein. Ausgezeichnet wurde das Coolnesstraining im Teamsport u. a. mit dem PHINEO-Wirkt-Siegel.

Durch die SKala-Förderung werden auf Projektebene pro Schuljahr zusätzliche Kurse und individuelle Hilfen für bis zu 150 junge Menschen angeboten. Die Kurse werden für junge Geflüchtete erweitert und es werden neue Maßnahmen für die Eltern/Bezugspersonen entwickelt und umgesetzt.

Darüber hinaus wird die Organisation durch die SKala-Förderung nachhaltig gesichert: MitarbeiterInnen, TutorInnen und Ehrenamtliche werden fortlaufend qualifiziert und so langfristig gebunden. Durch die Anstellung von zwei ehemaligen Tutoren wird die Geschäftsführung entlastet und kann sich um die Organisationsentwicklung und das Fundraising kümmern.

Programm Ausbildungspaten

Ceno – Die Paten e.V.

  • Brücke zwischen den Generationen

Der Berufsübergang prägt jede Bildungsbiografie nachhaltig. Leider fehlt es vielen Jugendlichen aus bildungsfernen Familien an Unterstützung. Das Programm "Ausbildungspaten" vermittelt engagierte SeniorInnen (55+) an benachteiligte Jugendliche und hilft ihnen damit in dieser wichtigen Lebensphase. 

Das Ziel ist die Verbesserung der Chancen auf einen Ausbildungsplatz für die Jugendlichen. Sie erfahren vom eigenen Elternhaus oftmals keine Unterstützung im Berufswahl- und Bewerbungsprozess.

Durch das Konzept der 1:1-Einzelbetreuung, ein sorgfältiges "Matching" und eine gute Qualifizierung der PatInnen wird eine verlässliche Beziehungsstruktur zwischen den Jugendlichen und den SeniorInnen aufgebaut. Die Patenbeziehung fördert und motiviert die Jugendlichen wodurch sich ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz verbessern. Die Paten nutzen ihre Berufs- und Lebenserfahrung und übernehmen eine sinnvolle Aufgabe. Beide verhelfen sich gegenseitig zu einer Zukunftsperspektive. Die SKala-Förderung ermöglicht 105 Patenschaften, davon ein Drittel für Jugendliche mit Fluchthintergrund.

Darüber hinaus wird die qualitative Weitere–ntwicklung des Programms (Aus- und Weiterbildung der PatInnen z. B. zu interkulturellen Kompetenzen sowie Wirkungsanalyse durch Verbesserung des Monitorings) gefördert. Ebenso wird die Organisation darin unterstützt, ihr Fundraising und Partnermanagement systematischer anzugehen.

2011 wurde ein Projekt des Vereins mit dem PHINEO-Wirkt-Siegel ausgezeichnet.

ImpactBoost! – Gleiche Chancen für ALLE Kinder

MAPP-Empowerment gGmbH

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut betroffen und in seiner emotionalen Entwicklung und der Entfaltung seiner Potenziale eingeschränkt. Die MAPP-Empowerment gGmbH bietet Eltern in den ersten Jahren Hilfestellung an. In Gesprächsgruppen (ELTERN-AGs) erarbeiten Mütter und Väter in besonders belastenden Lebenssituationen gemeinsamen Lösungen für ihre individuellen Erziehungsherausforderungen und lernen, ihre elterlichen Kompetenzen zu erkennen und auszuweiten. Seit 2012 trägt die ELTERN-AG das PHINEO-Wirkt-Siegel.

Die SKala-Förderung setzt auf dem bewährtem Programm ELTERN-AG auf. Die Eltern werden befähigt, ihre Gesprächsgruppen zu Erziehungsthemen selbständig weiterzuführen und ihr Wissen zu vertiefen. Gleichzeitig setzt SKala auch bei den ErzieherInnen an – neben den Eltern der anderen entscheidenden Erziehungsinstanz. Sie werden bereits im Rahmen der Ausbildung für die besonderen Bedürfnisse sozial benachteiligter Familien sensibilisiert. Durch beide Programmelemente zusammen wird eine beachtliche Hebelwirkung erzeugt und im Ergebnis mehr Kleinkinder erreicht.

Die SKala-Förderung ermöglicht der Organisation außerdem, ihr Qualifizierungsprogramm zu evaluieren, wichtige neue Kooperationen mit Fach(hoch)schulen zu schließen und eine langfristig tragfähige Einnahmestruktur zu entwickeln.

Let's be trendy – Bildung bringt's

Junge Frauen und Beruf e.V.

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Was hat Bildung mit Mode, mit Kleidermachen zu tun? Sehr viel, meinen die Auszubildenden des Ateliers La Silhouette, einem sozialen Ausbildungsbetrieb der berufsbezogenen Jugendhilfe München. "Mein Kleid ist Existenz, mein Kleid ist Integration, mein Kleid ist Frauenpolitik", betonen die jungen Frauen. Die in das ModeAtelier aufgenommenen "Fashionistas" haben in ihrer Lebensbiografie meistens das Gegenteil erlebt – Ausgrenzung, Scheitern, Armut und Gewalt.

Im Atelier La Silhouette erhalten sie die Chance für eine Ausbildung im Schneiderhandwerk sowie für einen Schulabschluss. Die meisten Frauen wollen über die Ausbildung hinaus mehr lernen. Das durch SKala geförderte "Let's be trendy"-Bildungsprojekt ermöglicht dies und bietet künstlerische und darstellende Bildung durch gesellschaftspolitische Projekte, außerschulische Bildung für Mut und Zivilcourage sowie ein IT-Training an.

Darüber hinaus unterstützt SKala die Entwicklung eines Coaching- und Multiplikatorinnensystems zur Unterstützung von Lernerfolgen, weiblichen Lebensplanungen, zur Schulung von Vorbildern und Tutorinnen. Es entsteht ein Bildungsnetzwerk für Frauen – individuell und mit einem neuen Wir-Gefühl von nachhaltiger Bildung.

Das Atelier La Silhouette wurde 2010 mit dem PHINEO-Wirkt-Siegel ausgezeichnet.

erinnern und engagieren

Anne Frank Zentrum e. V.

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung zählen zu den drängenden Problemen unserer Gesellschaft. Das Anne Frank Zentrum qualifiziert und betreut schon seit vielen Jahren bundesweit Jugendliche, die sich dagegen engagieren und für Demokratie einsetzen. Angesprochen werden Jugendliche, die zuvor als Peer Guides in einer Anne Frank Wanderausstellung aktiv waren.

Das Anne Frank Zentrum vermittelt diesen Jugendlichen Wissen und Kompetenzen, die ihnen dabei helfen, in ihrem lokalen Umfeld eigenständig Projekte umzusetzen. In einem Festakt werden sie dafür jährlich am 12. Juni, zu Anne Franks Geburtstag, als Anne Frank BotschafterInnen ausgezeichnet.

Im Projekt "erinnern und engagieren. Anne Frank BotschafterInnen für Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie" soll diese erfolgreiche Arbeit weitergeführt, ausgebaut und professionalisiert werden. Unter anderem werden Angebote für die Zeit nach der BotschafterInnen-Ehrung entwickelt, um die Jugendlichen weiterzubilden, zu vernetzen und ihre Motivation zu weiterem Engagement zu stärken.

Ein Highlight des Projekts ist der Anne Frank Tag, der ab 2017 jährlich zu Anne Franks Geburtstag bundesweit stattfindet, und von einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne begleitet wird. Dazu entwickelt das Zentrum Aktionen für das Erinnern und für Engagement, an denen sich tausende Jugendliche beteiligen können.

Das Anne Frank Zentrum erhielt 2013 für das Ausstellungs- und Botschafterprojekt "Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte" das PHINEO-Wirkt-Siegel.

Gauklerzentrum

ESTAruppin e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Im ländlich geprägten Landkreis Ostprignitz-Ruppin leben viele von Armut bedrohte Kinder und Jugendliche. Überdurchschnittlich häufig ist ihre Entwicklung beeinträchtigt durch Bewegungsmangel sowie sprachliche und motorische Defizite. ESTAruppin e.V. hat seit 2009 in neun Orten des Landkreises ein dezentrales Zirkusprojekt aufgebaut. Ein attraktives Freizeitangebot, das soziale, motorische und mentale Kompetenzen fördert und damit zur Integration in anderen Lebensbereichen wie etwa Schule beiträgt. 2014 erhielten die Zirkus- und Gauklerkids dafür das PHINEO-Wirkt-Siegel.

Mit dem Aufbau des Gauklerzentrums in Neuruppin bekommt das entwicklungsfördernde Angebot für Kinder und Jugendliche einen zentralen Ort. Neue Trainings- und Beschäftigungsangebote und intensive Talentförderungen werden entwickelt, die die Zirkusarbeit noch attraktiver machen. Mit dem Gauklerzentrum wird das Angebot für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrungen sowie aus eher bildungsnahen Familien geöffnet. So werden die sozialen Lernchancen und die integrative Wirkung des Projekts gesteigert. Die bisherigen Aktivitäten wie das jährliche Zirkuscamp werden erweitert und verbessern ebenfalls die Startchancen von 280 Kindern und Jugendlichen.

Das Gauklerzentrum entwickelt mit regionalen Schulen alternative Bewegungskonzepte, mit denen die positive Wirkung der Zirkuspädagogik auf den Unterricht übertragen wird; bis zu 100 SchülerInnen erhalten regelmäßig Unterricht im Gauklerzentrum.

Skalierung von PIKSL-Laboren

In der Gemeinde leben gGmbH

  • Inklusion & Teilhabe

Die digitale Informations- und Kommunikationstechnologie ist ein fester Bestandteil der Lebenswelt geworden. Menschen, denen eine so genannte geistige Behinderung bzw. Lernschwierigkeit zugeschrieben wird, können die damit verbundenen Informationsressourcen und Medien trotz ihres deutlichen Wunsches von diesen zu profitieren, häufig nicht nutzen.

PIKSL steht für "Personenzentrierte Interaktion und Kommunikation für mehr Selbstbestimmung im Leben". Die PIKSL Labore sind Orte inklusiven Lernens und Arbeitens, die neben dem Aufbau von Medienkompetenz in Form von Beratungs- und Kursangeboten auch die Durchführung interdisziplinärer Forschungs- und Entwicklungsarbeit bieten.

Ziel ist es, digitale Barrieren und Komplexität im Alltag für alle Menschen zu verringern. Dabei wird Behinderung als Kompetenz verstanden, denn die PIKSL-Mitarbeitenden sind ExpertInnen im Abbau von Komplexität. Sie kennen Hürden aus eigener Erfahrung und haben oftmals Strategien entwickelt, diese zu umgehen. Diese Fähigkeit fließt in die Peer-Beratungsangebote und die gemeinsame Arbeit an sozialen Innovationen mit ein. Der Ansatz wurde von PHINEO 2014 mit dem Wirkt-Siegel ausgezeichnet.

Mit der SKala-Förderung wurde in der ersten Förderphase eine Machbarkeitsstudie für die Verbreitung des Ansatzes entwickelt, die nun in der zweiten Förderphase operativ umgesetzt wird. Über die Eröffnung von bis zu fünf neuen Laboren werden neue Stellen für Menschen mit und ohne Behinderung geschaffen und die sozialen Wirkungen von PIKSL vergrößert.

Besonderheit hierbei ist ein Skalierungsmodell, das auf Wachstum durch Regelfinanzierung durch den öffentliche Sektor, durch Kooperationen mit anderen Organisationen und durch Rücklagen aus eigenem Zweckbetrieb setzt. Dieses Modell ermöglicht ein gesundes Wachstum des PIKSL-Netzwerkes mit einer nachhaltigen Finanzierung.

HOPE

RheinFlanke gGmbH

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Seit 2010 kamen mehr als 13.000 Flüchtlinge in die Stadt Köln. Insbesondere junge Flüchtlinge brauchen Unterstützung und Förderung, um sich in ihrer neuen Heimat zurechtzufinden. Hier setzt das Projekt HOPE der RheinFlanke gGmbH an. Ein Vorgängerprojekt wurde von PHINEO 2015 mit dem Wirkt-Siegel ausgezeichnet.

Das Integrationsprogramm bietet Flüchtlingen Berufsorientierungs- und -qualifizierungsmaßnahmen und schafft so neue Zukunftsperspektiven. Über verschiedene Sport- und gruppenpädagogische Angebote, wie zwei integrative Fußballmannschaften, Tanz- und Fitnesskurse, wird ein Vertrauensverhältnis zu den jungen Menschen aufgebaut. Auf dieser Basis werden dann für alle Projektteilnehmenden individuelle Hilfspläne erstellt; in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und dem Integration Point der Stadt Köln umgesetzt. Ziel ist dabei immer die Integration in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt. In den parallel stattfindenden Sportangeboten erlernen die Teilnehmenden wichtige Schlüsselkompetenzen.

Momentan werden über 100 geflüchtete junge Menschen intensiv betreut. Doch der Bedarf an individueller Förderung ist viel höher. Mit der Spende der SKala-Initiative werden weitere Mitarbeitende beschäftigt, um in Zukunft noch mehr und besser helfen zu können. Auch am RheinFlanke-Standort in Berlin startet HOPE im Januar 2017 mit einem auf die Stadt angepassten Angebot – damit skaliert die RheinFlanke ein erprobtes Projekt in der Hauptstadt.

Demenz Partner

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Etwa 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sind von Demenz betroffen. Doch obwohl sich Demenz zu einer Volkskrankheit entwickelt hat, wissen nur die Wenigsten, was Demenz ist und wie man einem Erkrankten begegnet. So berichten Angehörige von Anzeigen und Hausverboten, weil ihr demenzkranker Vater vergessen hat, im Supermarkt zu bezahlen. Verständlich, dass sich Erkrankte wie Angehörige daher vor allem eines wünschen: Aufklärung!

Aus diesem Grunde bietet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft seit 2010 Schulungsmaterialien u.a. für PolizistInnen oder VerkäuferInnen im Einzelhandel an. Die Materialien haben sich bewährt; eine Evaluation bestätigte deren Wirkung. Weil aber bislang das Geld fehlte, fanden die Schulungen nur unsystematisch und vereinzelt statt.

Mit der Kampagne "Demenz Partner" soll sich das ändern: Anstelle punktueller Einzelmaßnahmen wird es eine bundesweite Aufklärungskampagne geben. Darüber hinaus werden flächendeckend Schulungen angeboten und weitere Zielgruppen angesprochen – Mitarbeitende in Verkehrsbetrieben in etwa.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft erhielt 2011 für ihr Projekt "Alzheimer-Telefon" – das Telefonseelsorge, Lebenshilfe und Beratungsstelle vereint – das PHINEO-Wirkt-Siegel.

Neue Impulse, Bewährtes umsetzen (NImBus)

Deutsches Bündnis gegen Depression e.V.

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Depressionen gehören zu den am meisten unterschätzten Erkrankungen. Von den jährlich 5,3 Mio. betroffenen Menschen in Deutschland erhält nur eine Minderheit eine optimale Therapie.

Das Deutsche Bündnis gegen Depression e.V. (2011 ausgezeichnet mit dem PHINEO-Wirkt-Siegel) setzt sich für eine bessere Versorgung depressiv erkrankter Menschen ein. Mit Aufklärungskampagnen, Fortbildungen für Hausärzte und Multiplikatoren sowie Angeboten für Betroffene und Angehörige soll das Wissen über die Erkrankung erweitert und Vorurteile abgebaut werden. Darüber soll Suiziden und Suizidversuchen vorbeugt werden.

Mit der Kampagne im Pilotprojekt "Nürnberger Bündnis gegen Depression" konnte die Zahl suizidaler Handlungen in 2001 und 2002 um 24% gegenüber dem Ausgangsjahr und einer Kontrollregion gesenkt werden. Dieser Erfolg hat zu zahlreichen Anfragen anderer Regionen in Deutschland sowie weiterer europäischer Länder nach dem Konzept und den Materialen geführt. Vor diesem Hintergrund wurde 2003 das Deutsche Bündnis gegen Depression gegründet, das mittlerweile 80 regionale Bündnisse gegen Depression bei der Planung und Durchführung lokaler Kampagnen unter dem Dach der Stiftung Deutsche Depressionshilfe unterstützt.

Das Projekt "Neue Impulse, Bewährtes umsetzen (Nimbus)" soll das Netzwerk ausbauen und den Verein weiterentwickeln. Zudem werden die Angebote für betroffene Menschen im Bereich des onlinebasierten Selbstmanagements erweitert.

Inklusive Klettergruppen für Menschen mit und ohne Behinderung

"Ich will da rauf!" e.V.

  • Inklusion & Teilhabe
  • gefördert seit: September 2016
  • Fördersumme: 547.259,25 €
  • www.iwdr.de

In Deutschland leben ca. 10 Millionen Menschen mit einer Behinderung, davon sind 7,5 Millionen schwerbehindert (Stand 2013). Viele leben in einer Parallelwelt, in der sie unter sich bleiben und wenig Kontakt zu Menschen ohne Behinderung haben.

Seit 2008 organisiert der Verein "Ich will da rauf!" betreute inklusive Klettergruppen und schafft dadurch wichtige und konkrete Begegnungsmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Behinderung in München. Gemeinsam erleben sie die Freude am Klettern - egal, wie alt sie sind, egal, welche Behinderung sie haben. Alle profitieren von den therapeutischen Effekten des Klettersports und werden für den Alltag gestärkt. Gegenseitige Vorurteile und Berührungsängste werden abgebaut, denn alle erkennen schnell: Es gibt eine Gemeinsamkeit, nämlich die Leidenschaft am Klettern. Behinderung wird zur Nebensache.

Das Projekt erhielt 2014 das PHINEO-Wirkt-Siegel.

Über 100 Kletterbegeisterte in 11 Klettergruppen profitieren schon von diesem inklusiven Freizeitangebot. Die Förderung macht es möglich, dass weitere Gruppen und Begegnungsangebote wie Kletterausflüge und Ferienklettern geschaffen werden. Außerdem werden inklusive Klettergruppen für Flüchtlinge mit Behinderung entstehen. Die Förderung trägt dazu bei, dass wichtiges Personal eingestellt werden kann, um die Nachhaltigkeit des Gesamtprojektes zu sichern.

Marzahn21

Straßenkinder e.V.

  • Engagement- & Kompetenzförderung

Bis zu 70% der unter 18-jährigen im Berliner Stadtteil Marzahn-Hellersdorf wachsen in Familien auf, die von Harz-IV betroffen sind und in denen Eltern oft nur niedrige Bildungsabschlüsse haben. Die Arbeitslosenquote des Bezirks liegt auf einem der vordersten Plätze in Berlin. Diese Startbedingungen wirken sich negativ auf Bildungsabschlüsse, Gesundheit und Lebensperspektiven von Kindern aus. Oft werden Elternkarrieren wiederholt. Harz IV gilt als legitimer Berufswunsch.

Um diesen Kreislauf zu durchbrechen und die Chancenungleichheit der Kinder und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern, brauchen sie zusätzliche und ganzheitliche Unterstützung. Diese bekommen sie durch das Projekt "Marzahn21" im Kinder- und Jugendhaus BOLLE. Hierbei werden Bewegungsförderung und Freizeitgestaltung sinnvoll mit Bildungs- und Kompetenzförderung verbunden. Täglich finden Angebote wie Nachhilfe, Berufscoaching, Sozialtrainings, Ausflüge, Sport usw. statt. Dadurch werden die Kinder und Jugendlichen umfassend in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung gefördert. Für diesen Ansatz erhielt der Straßenkinder e.V. 2015 das Wirkt-Siegel.

Ziel ist es, dass 200 Kids im Rahmen der Projektlaufzeit erfolgreich unterstützt werden, insbesondere in den Bereichen Bildung und Ausbildungsförderung. Durch das Projekt "Marzahn21" sollen sie ihr späteres Leben selbstbestimmt gestalten. Die Skala-Förderung ermöglicht es, die bisherige Arbeit quantitativ und qualitativ entscheidend weiterzuentwickeln und damit dem hohen Bedarf vor Ort gerecht zu werden.

Fit und Schlau – von Anfang an

Morus 14 e. V.

  • Inklusion & Teilhabe
  • gefördert seit: Juli 2016
  • Fördersumme: 450.993,40 €
  • www.morus14.de

Familien aus über 30 Nationen leben im Rollbergviertel in Berlin-Neukölln. Die meisten davon sind sozial schwach. Weil es den Kindern aus diesen Familien an häuslicher Unterstützung mangelt, haben sie häufig schon in der Grundschule erhebliche Probleme, Anschluss zu halten. MORUS 14 will das ändern – mit dem Pilotprojekt "Fit und Schlau – von Anfang an", das ab Herbst 2016 an der Regenbogen-Grundschule startet.

Eine Klasse von Schulanfängern wird bis zum Ende der Grundschule durch ehrenamtliche MentorInnen begleitet. Etwa 25 Kinder und 25 Patinnen und Paten treffen sich mindestens einmal wöchentlich, über mehrere Jahre. Sie üben lesen und schreiben; spielen und machen gemeinsam Ausflüge. Auf diese Weise werden die MentorInnen zu Vertrauenspersonen, die den Kindern Bildung und Kultur nahebringen.

Ziel ist es, soziale Kompetenzen zu fördern, Bildungsdefizite auszugleichen und den Heranwachsenden eine Perspektive abseits von Sozialleistungen zu zeigen. Denn Studien beweisen: Eine Förderung wirkt umso nachhaltiger, je früher sie stattfindet. Um das zu untermauern, wird "Fit und Schlau – von Anfang an" wissenschaftlich begleitet.

"Fit und Schlau" ist ein Folgeprojekt des bereits seit 2003 sehr erfolgreich laufenden "Netzwerk Schülerhilfe Rollberg", das u.a. mit dem Wirkt-Siegel von PHINEO ausgezeichnet wurde.

Welcome Work

Perspektiva gGmbH

  • Inklusion & Teilhabe

Im Landkreis Fulda leben heute fünfmal so viele Flüchtlinge wie im Jahr 2010. Viele von ihnen sind jung, und die allermeisten ohne berufliche Perspektive. Zwar lernen die Jugendlichen in eigens eingerichteten Intensivklassen deutsch, Berührung zum Arbeitsmarkt ergeben sich jedoch nur gelegentlich. Dabei zeigen Untersuchungen: Wer ein konkretes Berufsziel verfolgt, lernt leichter – und wer einen Job hat, integriert sich schneller.

Hier setzt das Projekt "Welcome Work" der Perspektiva gGmbH an. "Welcome Work" trägt dazu bei, dass junge Flüchtlinge eine Jobperspektive entwickeln. Hierfür verbringen die Jugendlichen, ergänzend zum Schulbesuch, einen Tag in der Woche mit ihrer individuellen Berufsplanung.

Im ersten Schritt ermitteln sie mithilfe von SozialarbeiterInnen und Berufsexperten, welche Talente in ihnen stecken und welche beruflichen Interessen sie haben. Danach absolvieren sie – im zweiten Schritt – ein begleitetes, betriebliches Praktikum in einem der einhundert angeschlossenen Partnerbetriebe von Perspektiva.

Ziel des Projekts ist es, dass die Jugendlichen parallel zum Schulabschluss auch einen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben. Denn eine gute Ausbildung ist die beste Voraussetzung für eine gelingende Integration.

Für die erfolgreiche Arbeit mit jungen Menschen mit Behinderung, die Hilfe beim Einstieg in die Arbeitswelt brauchen, erhielt Perspektiva im Jahr 2014 das PHINEO-Wirkt-Siegel.

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