Die Projekte

Hier finden sich die von SKala geförderten Projekte. Neu in Förderung genommene Projekte werden zeitnah in der Übersicht abgebildet; kleinere Verzögerungen liegen in der Natur der Sache. 

Filter nach Förderbeginn
Projektname A-Z

Online-Plattform für ein barrierefreies Studium

Initiative für transparente Studienförderung gUG

  • Inklusion & Teilhabe

Studierende mit Behinderung bilden an deutschen Hochschulen eine Ausnahme. Rund 60 Prozent geben an, dass sich die Beeinträchtigung stark auf ihr Studium auswirkt. Manche beginnen aufgrund von Zweifeln und Unwissen über die Möglichkeiten eines barrierefreien Studiums erst gar nicht zu studieren. Die Initiative für transparente Studienförderung räumt mit Mythen zum Studium mit Behinderung auf und hat zwei Onlineportale erstellt, welche Informationen zu Stipendien und Barrierefreiheit an Hochschulen einfach verfügbar machen.

Mit der SKala-Förderung werden die zwei bereits bestehenden Portale aktualisiert, überarbeitet, wichtige Informationen ergänzt und zu einer Online-Plattform zusammengeführt. Studieninteressierte können dann mit wenigen Klicks herausfinden, ob eine der 550 gelisteten Hochschulen für die eigene Art der Behinderung geeignet ist. Studierende mit Behinderung können aus 2.900 Fördermöglichkeiten das für sie passende Förderangebot finden. Zudem wird die Benutzerführung und Bedienbarkeit der Plattform gesteigert.

Bisher verzeichnen beide Plattformen etwa 30.000 User. Mit der neuen Plattform möchte die ItS 100.000 Menschen mit Behinderung über ein barrierefreies Studium informieren und dabei helfen, selbstbestimmt und erfolgreich zu studieren. Sie kontaktiert Behindertenbeauftragte, Beratungsstellen sowie Studentenwerke und schafft ein Bewusstsein dafür, dass Transparenz über die Barrierefreiheit an Hochschulen sinnvoll und wichtig ist.

Flüchtlinge Willkommen – Dezentrale Wohnmöglichkeiten gesellschaftlich verankern

Mensch Mensch Mensch e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

"Flüchtlinge Willkommen" bringt geflüchtete Menschen mit Wohnraumgebenden zusammen, um ein privates Zusammenleben zu initiieren. Über die Website melden Familien, Studierende oder Alleinstehende ihr freies Zimmer an und das Team stellt Kontakt zu einer geflüchteten Person her, die zu der Wohnsituation passt.

WGs bieten - im Gegensatz zu Massenunterkünften - eine einzigartige Chance, schnell und gut in Deutschland anzukommen, Kontakt mit Deutschen herzustellen und die Sprache zu erlernen. Parallel dazu beraten Ehrenamtliche in zehn deutschen Großstädten geflüchtete Menschen, die sich vorstellen können, in WGs zu ziehen. Die Beratung ermöglicht es ihnen, sich selbstständig auf dem Wohnungsmarkt zu bewegen und nach ihren Bedürfnissen ein Zimmer zu suchen.

Damit möglichst viele Menschen von dem Projekt erfahren, werden bundesweite Online- und Plakatkampagnen umgesetzt, die von mehr als einer Million Menschen gesehen werden. Insgesamt entstehen dadurch 1.300 interkulturelle WGs in ganz Deutschland. Die Organisation hinter dem Projekt entstand aus einer Initiative heraus, als die Versorgung Geflüchteter sehr große mediale Aufmerksamkeit genoss. Nun unterstützt SKala die Organisation dabei, sich zu professionalisieren und eine gute Finanzierungsstrategie zu schaffen, um auch nachhaltig wirken zu können.

(C) Foto: Matthias Lüdecke

Seelische Gesundheit für alle!

REFUGIO Bremen e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Menschen, die vor Gewalt, Vertreibung oder Folter nach Deutschland flüchten müssen, suchen Schutz und benötigen oft therapeutische Hilfe. Dem hiesigen Gesundheitssystem mangelt es jedoch an einer interkulturellen Öffnung, gerade Flüchtlinge haben häufig nur eingeschränkt Zugang. Es fehlt dabei vor allem an einer Identifizierung besonders schutzbedürftiger Menschen, einem zeitnahen Zugang zu kultursensiblen Angeboten, einer Finanzierung durch Krankenkassen sowie einer Bereitstellung oder Kostenübernahme von Dolmetschenden.

Obwohl REFUGIO Bremen einen Teil dieser fehlenden Angebote bereitstellt, erfolgt dies bisher nicht gebündelt und ist extrem abhängig von Spenden und zeitlich begrenzten Projektmitteln. Im Modellprojekt einer Ambulanz wird die therapeutische Gesundheitsversorgung für seelisch erkrankte Flüchtlinge an einem Ort gebündelt. Von der Anmeldung bis zur Einzel- oder Gruppentherapie werden trauma- und kultursensible Behandlungen angeboten oder eine Vermittlung zu externen Fachkräften ermöglicht.

Mithilfe von SKala können bald bis zu 360 Menschen von dem kostenlosen und mehrsprachigen Angebot profitieren, das ist eine Steigerung von 25 Prozent. Die Neuanmeldung ist zukünftig regelmäßiger möglich und die Wartezeit auf einen Behandlungsplatz wird gleichzeitig sinken. Parallel dazu werden EntscheidungsträgerInnen sensibilisiert, um eine geregelte Anschlussfinanzierung für die Ambulanz zu erzielen.

 

(Foto: Kunsttherapeutische Arbeit)

Hebammenprojekt

Diakonisches Werk Hamburg

  • Inklusion & Teilhabe
  • gefördert seit: Oktober 2018
  • Fördersumme: 586.260,85 €

Schätzungen zufolge leben und arbeiten mehrere Tausend Menschen in Hamburg "illegal", also ohne einen gültigen Aufenthaltsstatus. In der ständigen Furcht vor Entdeckung und Abschiebung werden Krankheit oder Schwangerschaft zu einem existentiellen Problem.

Der Diakonie Hamburg gelang es, mit der Praxis "Andocken" im letzten Jahr rund 800 Menschen zu helfen - davon ein Viertel schwangere Frauen. Mit der SKala-Förderung wird das Hebammenprojekt der Praxis gesichert und ausgebaut. Mit einer neu geschaffenen Stelle für eine Hebamme, die zusätzlich eine Geburtsvorbereitung, eine Wochenbettversorgung und Hausbesuche übernimmt, werden die Schwangeren, jungen Mütter und Babys besser versorgt. Gerade weil sie keine Ärztin ist, ist die Hebamme für viele Frauen leichter ansprechbar und Fragen werden nicht aus Respekt vermieden. Zudem sichert SKala die Arbeit einer Gynäkologin, deren Finanzierung Ende des Jahres ausläuft.

Für die Weiterentwicklung der Praxis plant die Diakonie Hamburg eine stärkere Einbindung von ehrenamtlichen Ärzten, um mehr Menschen helfen zu können und weitere Fachrichtungen abzudecken. Insgesamt werden mit dem Projekt rund 750 Mütter und Kinder, während und nach der Schwangerschaft versorgt.

(C) Foto: Annette Schrader

Ökumenische Straßenambulanz St. Josef

Caritasverband Offenbach/Main e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Der Caritasverband Offenbach sucht mit einer Straßenambulanz Menschen auf, die Hilfe brauchen - unabhängig davon, ob sie tatsächlich auf der Straße leben. Viele von den Hilfsbedürftigen kommen aus Südosteuropa, arbeiten unter teils ausbeuterischen Verhältnissen auf dem Bau und wissen nur sehr wenig über in Deutschland geltende Arbeitnehmerrechte oder unser Krankenversicherungssystem.

Hier leistet der Verband eine medizinische Erstversorgung und vermittelt in weitere Hilfsangebote, wie beispielsweise in die ehrenamtliche ärztliche Sprechstunde der Wohnsitzlosenhilfeeinrichtung der Diakonie. Da die Ankommenden häufig nicht versichert sind, klärt die Straßenambulanz über Rechte und Pflichten auf und versucht, sie in das deutsche Regelsystem zu überführen. So kann unter anderem vermieden werden, dass sich Schulden bei den Krankenkassen durch nicht geleistete Beiträge anhäufen.

Ein weiterer Fokus des Projekts liegt bei der Aufnahmegesellschaft in Offenbach. Durch Aufklärungsarbeit soll einerseits ein verbessertes Bewusstsein für die Situation der Ankommenden geschaffen werden und andererseits auch medizinisch qualifizierte Ehrenamtliche und Freiwillige angesprochen werden, die wiederum das Projekt durch ihre Arbeit unterstützen.

STREET COLLEGE

GANGWAY – Straßensozialarbeit in Berlin e.V.

  • Inklusion & Teilhabe
  • gefördert seit: Oktober 2018
  • Fördersumme: 1.485.366 €
  • www.gangway.de

GANGWAY arbeitet mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf den Straßen Berlins mit dem Ziel, sie bei einem eigenverantwortlichen Leben zu unterstützen. Schulden, drohende Wohnungslosigkeit, Suchtprobleme oder Probleme mit Asylrecht sind nur einige Baustellen in dem Leben der jungen Menschen. Auch im Projekt STREET COLLEGE geht es um Bildungsbiografien mit Ecken, Kanten und Lücken.

Das Projekt richtet sich an alle, die im herkömmlichen Bildungssystem nicht mehr Fuß fassen können oder wollen. Beim STREET COLLEGE bestimmen die Studierenden, was sie lernen wollen und setzen sich ihre eigenen Lernziele. Besuchte Kurse können individuell zertifiziert werden; die Zertifikate wiederum helfen bei der Suche nach einer Ausbildung oder Arbeit. Parallel arbeitet das Team von GANGWAY daran, die Kurse so weiterzuentwickeln, dass diese als Zugangsvoraussetzung für ein Studium gelten.

Die SKala-Förderung ermöglicht die gewachsenen Strukturen des STREET COLLEGEs zu überarbeiten, die Qualität zu sichern, das Angebot für jährlich mindestens 100 Menschen zugänglich zu machen und dies langfristig in unserem Bildungs- und Arbeitsmarktsystem zu verankern. So können auch Menschen, die im herkömmlichen Bildungssystem gescheitert sind, sich mit ihren Stärken in die Gesellschaft einbringen. Weiterhin soll das STREET COLLEGE in eine ihm entsprechende Organisationsform überführt werden.

Sprungbrett Pflege – Berufliche Integration von Geflüchteten in die Altenpflege

Bonner Verein für Pflege- und Gesundheitsberufe e.V.

  • Inklusion & Teilhabe
  • gefördert seit: September 2018
  • Fördersumme: 674.100 €
  • www.bv-pg.de

36.000 Stellen konnten in der Alten- und Krankenpflege im vergangenen Jahr nicht besetzt werden; 171 Tage dauerte es im Schnitt, bis jemand für eine offene Stelle in der Altenpflege gefunden wird. Gleichzeitig fehlt es vielen Geflüchteten hierzulande an Arbeit, wirtschaftlicher Unabhängigkeit und sozialer Integration. Der Bonner Verein setzt hier an und macht Geflüchtete fit für die Ausbildung in der Altenpflege.

SKala ermöglicht ein Pilotprojekt in Bonn, welches sonst in diesem Umfang nicht realisierbar wäre und von dem 100 Geflüchtete profitieren können. Ziel ist es, Interesse für den Altenpflege-Beruf zu wecken und gleichzeitig eine Grundlage für den Übergang in die Ausbildung zu schaffen. Dies geschieht durch Sprachunterricht, Vermittlung von Fachwissen und den Erwerb eines Schulabschlusses. Die Schaffung von Betreuungsmöglichkeiten von Kleinkindern eröffnet auch jungen Eltern die Teilnahme.

Der Bonner Verein schafft dadurch eine solide Basis für eine erfolgreiche berufliche, als auch soziale Integration. Letzteres erreicht die Organisation beispielsweise durch Exkursionen, Informationen über Leben und Arbeiten in Deutschland oder gemeinsames Kochen. Das Pilotprojekt fördert die aktive Teilhabe von Geflüchteten und macht deutlich, dass diese einen wertvollen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Aufgaben leisten können.

Ein Buch für jeden Tag: Inklusive Tast- und Aktionsbücher

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.

  • Inklusion & Teilhabe
  • gefördert seit: September 2018
  • Fördersumme: 511. 480 €
  • www.dbsv.org

Obwohl in Deutschland rund 10.000 blinde und sehbehinderte Kinder im Vorschulalter leben, gibt es für sie auf dem deutschen Buchmarkt kaum Bücher - und die wenige Auswahl ist häufig sehr teuer. Jedes Jahr werden 10.000 reguläre Kinder-und Jugendbücher produziert, blinden Kindern bleiben etwa 25 tastbare Bücher.

Dadurch sind sie vom Lesen, dem gemeinsamen Erleben von Büchern und damit einer wichtigen Grundlage für Bildung quasi ausgeschlossen. Der DBSV engagiert sich bereits seit einigen Jahren und stellt Aktions- und Tastbücher her. Die Nachfrage ist hoch, jedoch können die niedrigschwelligen und oft auf Ehrenamtlichen beruhenden Produktionsmethoden ihr nicht gerecht werden. SKala finanziert die Produktion und Distribution von sechs verschiedenen Büchern in einer Auflage von 1.200 Stück.

Auch die "Taststraße zur Punktschrift", ein Materialpaket zur Lese-Schreib-Vorbereitung, wird neu aufgearbeitet und in Frühförderstellen, Kitas und Schulen verteilt. In Kinder-Eltern-Seminaren und Lese- und Erlebnisnachmittagen erfahren Interessierte, wie Kinderbücher beim Kennenlernen der Welt mit viel Spaß für alle Kinder inklusiv genutzt werden können. Denn: Die Welt der Schrift und Bücher soll nicht weiter als trennende, sondern als verbindende und gemeinsam erlebbare Welt erfahren werden.

(C) Foto: DBSV/ Friese

Koordinierungsstelle gegen Verschleppung und Zwangsverheiratung

Türkisch-deutscher Frauenverein e. V.

  • Inklusion & Teilhabe
  • gefördert seit: August 2018
  • Fördersumme: 424.648,00 €
  • www.papatya.org

Eine 15-Jährige reist in den Ferien ins Herkunftsland ihrer Eltern und kommt nicht mehr zurück. Bei Verwandten zurückgelassen, soll sie lernen zu gehorchen, ihren Freund in Deutschland zu vergessen und einen von der Familie ausgesuchten Mann heiraten. Pass und Handy werden ihr abgenommen, sodass sie niemanden um Hilfe bitten kann. Seit 1986 berät der Türkisch-deutsche Frauenverein Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund, die Angst davor haben, einen ungeliebten Mann heiraten zu müssen, die befürchten verschleppt zu werden oder die bereits im Ausland zwangsverheiratet wurden und nach Deutschland zurückwollen.

Der Verein besteht aus einer Koordinierungsstelle gegen Zwangsverheiratung und Verschleppung, einer anonymen Kriseneinrichtung mit Mädchenwohnung und einer Online-Beratung, worüber die Mädchen zu jeder Zeit Kontakt aufnehmen können. Die Koordinierungsstelle schaltet Behörden ein und koordiniert die zuständigen Akteure um eine Rückkehr nach Deutschland zu ermöglichen. Die SKala-Förderung finanziert insbesondere die Koordinierungsstelle: Bis zu 130 Mädchen und junge Frauen sollen jedes Jahr beraten werden.

Um präventiv Verschleppung und Zwangsverheiratung zu verhindern, spricht sie gezielt 150 Berliner Schulen, Botschaften, Jugendämtern und anderen HelferInnen an. Zudem wertet sie Datenmaterial zur Verschleppung und Zwangsverheiratung aus, um verlässliche Zahlen in diesem großen Dunkelfeld zu ermitteln. SKala fördert außerdem die Suche und Einarbeitung einer neuen Geschäftsführung, da die bisherige Leiterin in Rente geht.

Studienbeteiligung von Nicht-Akademikerkindern in Deutschland steigern

ArbeiterKind.de gUG

  • Inklusion & Teilhabe

In Deutschland bestimmt noch immer die soziale Herkunft über die Bildungskarriere: Von 100 Kindern, deren Eltern nicht studiert haben, beginnen nur 27 ein Studium, bei Akademikerkindern ist die Wahrscheinlichkeit drei Mal so hoch. ArbeiterKind.de unterstützt deshalb alle klugen und talentierten Köpfe, die als Erste in ihrer Familie studieren möchten.

Bundesweit engagieren sich rund 6.000 ehrenamtliche MentorInnen in sechs Regionen. Sie informieren SchülerInnen und Lehrkräfte an Schulen, Universitäten oder auf Messen über die Möglichkeiten eines Studiums und begleiten Studierende vom Studienbeginn bis zum Abschluss und Berufseinstieg. Jährlich werden 35.000 SchülerInnen und Studierende erreicht. Das Erfolgsrezept: Die ehrenamtlich Engagierten sind meist selbst die Ersten, die studieren oder studiert haben, und ermutigen andere durch ihre authentische Bildungsgeschichte.

Mit der Skala-Förderung werden nun auch Koordinierungsstellen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Baden-Württemberg aufgebaut bzw. erhalten und regionale Fundraisingpläne entwickelt. Dadurch kann die Organisation die ehrenamtlichen Lokalgruppen stärken, Kooperationen mit Hochschulen aufbauen, 9.000 neue SchülerInnen und Studierende erreichen und damit die Studienbeteiligung von Nicht-Akademikerkindern steigern.

Darüber hinaus unterstützt SKala die Arbeiterkind.de-Geschäftsstelle in Berlin mit verschiedenen Maßnahmen der Organisationsentwicklung, die im Zuge des Wachstums der Regionalbüros notwendig sind.

Aufbau bundesweiter Kompetenz zu Flucht, Migration und Behinderung

Handicap International e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Geflüchtete mit Behinderungen - schätzungsweise bis zu 15 Prozent aller Geflüchteten - sind in einer äußerst prekären Lage: Zahlreiche Zugangsbarrieren sorgen dafür, dass sie kaum oder nur eingeschränkt an der Gesellschaft teilhaben können. Die Strukturen von Flüchtlingsaufnahme- und - integration sind nicht inklusiv; der Zugang zu den Leistungen und Unterstützungsmöglichkeiten der Behindertenhilfe ist durch das Asylbewerberleistungsgesetz eingeschränkt.

Ihnen gelingt der Zugang nur dann, wenn Haupt- und Ehrenamtliche sie auf dem Weg durch den Bürokratie-Dschungel unterstützen. Mit SKala setzt die Organisation Handicap International mit einem Modellprojekt an diesen strukturellen Defiziten an. Die SKala-Förderung ermöglicht es, grundlegende Strukturen mit bundesweiter Wirkung in den drei ineinandergreifenden Bereichen Advocacy, Capacity Building und Empowerment aufzubauen.

Konkret bedeutet dies, dass ein deutschlandweites Netzwerk von AkteurInnen aufgebaut wird, das aktiv in politische Prozesse auf lokaler, regionaler und bundesweiter Ebene eingreift. Ein speziell zugeschnittenes Schulungskonzept für 60 Fachkräfte in Einrichtungen der Flüchtlings- und Behindertenhilfe hilft Fachkräften dabei, Geflüchtete mit Behinderung besser zu unterstützen. Durch Empowerment-Angebote werden Geflüchtete gestärkt, selbst für ihre Rechte einzutreten. Handicap International sammelte mit dem erfolgreichen Projekt "ComIn" - eine Anlaufstelle für Geflüchtete mit Behinderung - bereits wertvolles Praxiswissen, an das das Modellprojekt anknüpfen kann.

(C) Foto: Till Mayer

Medizinische Grundversorgung für alle!

Ärzte der Welt e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Hunderttausende Männer, Frauen und Kinder leben in Deutschland offiziell ohne Krankenversicherung, eine genaue Zahl wird nicht erfasst. Aber auch Menschen mit Krankenversicherung, wie etwa Wohnungslose, haben Schwierigkeiten beim Zugang zum Gesundheitssystem: Diskriminierung, administrative Hürden und mögliche Selbstbeteiligung an den Behandlungskosten sind Gründe, den Arztbesuch aufzuschieben und die Gesundheit zu riskieren.

Ärzte der Welt hat in vier Regionen (West-)Deutschlands ein Programm ins Leben gerufen, das denen hilft, die keinen oder nur eingeschränkten Zugang zum Gesundheitssystem haben. Jede Woche suchen Betroffene die dolmetschergestützten Sprechstunden oder Behandlungsbusse auf, wo ihnen meist ehrenamtliche HelferInnen zur Seite stehen. Die SKala-Förderung ermöglicht Ärzte der Welt einen neuen Standort in Ostdeutschland zu eröffnen und an den alten Standorten zusätzlichen 1.500 Menschen zu helfen.

Um dem hohen Bedarf nach psychiatrischer und psychotherapeutischer Gesundheitsversorgung gerecht zu werden, wird das Angebot dementsprechend erweitert. Ärzte der Welt treibt die Vision einer Gesellschaft an, in der alle Individuen Zugang zu der von ihnen benötigten Gesundheitsversorgung haben. Deshalb sensibilisiert das Projekt politische EntscheidungsträgerInnen und trägt die Thematik in die breite Öffentlichkeit.

ReStart & Empower

Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Mindestens die Hälfte aller Geflüchteten in Deutschland ist psychisch krank. Häufig leiden sie unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder einer Depression. Doch nicht einmal zehn Prozent der Erkrankten sind in psychotherapeutischer Behandlung. Die Folge: unbehandelte psychische Krankheiten können chronisch werden; Erinnerungen an das Erlebte bleiben, und werden so stark erlebt als wären sie real. Am „normalen“ Leben teilzunehmen scheint fast unmöglich.

Der Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. möchte diese Negativspirale stoppen und schafft mit ReStart & Empower ein niedrigschwelliges Angebot für Geflüchtete mit psychischen Problemen. Die SKala-Förderung ermöglicht eine Erstberatung, die eine erste Linderung der psychischen Belastung für Betroffene und deren Angehörige verspricht. Falls nötig, können sie in weiterführende Therapieangebote vermittelt werden.

Während der Beratung ist ein/e DolmetscherIn anwesend. In den Einzel-und Gruppenangeboten kann bis zu 1.180 Geflüchteten und ihren Angehörigen geholfen werden, Bewältigungsstrategien für den Alltag zu erlernen und die Teilhabe am sozialen Leben zu ermöglichen. Mit der SKala-Förderung werden auch Fortbildungen für Caritas-Mitarbeitende umgesetzt, damit diese psychische Erkrankungen wie beispielsweise PTBS besser erkennen und dementsprechend handeln können.

Selbstbewusst auf dem Weg zum Ausbildungsplatz

Forumtheater inszene e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Der Verein Forumtheater inszene e.V. unterstützt junge Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund aus Förderklassen an Berufskollegs in Köln auf dem Weg zu Praktika, Ausbildung und Schulabschluss. Das Projekt setzt nicht auf herkömmliche Maßnahmen, sondern nutzt das Forumtheater - eine Methode, die unter anderem weltweit für die Friedensförderung eingesetzt wird.

In Workshops setzen sich die Jugendlichen unter Leitung von professionellen SchauspielerInnen mit Themen wie Selbst- und Fremdwahrnehmung, Stärken und Schwächen und verschiedenen Bewerbungssituationen auseinander. Durch das konkrete Spielen nehmen die Jugendlichen andere Perspektiven ein, erlernen Handlungsstrategien für kritische Situationen und fühlen sich im Umgang mit ArbeitgeberInnen sicherer, was den Einstieg in die Ausbildung erleichtert. Die Lehrkräfte berichten, dass positive Veränderungen im Auftreten und der Selbstreflexion spürbar sind.

Die SKala-Förderung sichert dieses bewährte Angebot und ermöglicht eine umfassendere Herangehensweise. Zum einen wird das Angebot um mehrere theaterpädagogische Workshops erweitert, die die Teilnehmenden über ein Jahr hinweg begleiten, zum anderen können mehr als doppelt so viele Jugendliche am Projekt teilnehmen und dabei auch ältere SchülerInnen bis 24 Jahre angesprochen werden.

Zudem unterstützt SKala den Verein bei seiner Professionalisierung: Während des Förderzeitraums werden Fundraisingstrategien entwickelt, um eine langfristige, dauerhafte Finanzierung sicherzustellen.

Bona Peiser: Soziokulturelle Projekträume

Wassertor e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Die Einwohnerschaft im Kreuzberger Wassertorkiez zählt bisher zu den ärmsten Berlins. In den letzten Jahren entstanden mehrere große Unterkünfte für Geflüchtete und gleichzeitig ein florierendes Start-Up- und Gewerbegebiet. Diese Entwicklung löst bei vielen alteingesessenen BewohnerInnen Unsicherheit und Angst vor Verdrängung aus; umgekehrt fühlen sich Viele der Geflüchteten isoliert und haben wenig Kontakt zur Nachbarschaft.

Der Wassertor e. V. möchte das ändern und den Zusammenhalt im Kiez stärken, indem er in der "Bona Peiser", einer ehemaligen Bibliothek, einen Ort der Begegnung schafft. Die Bona Peiser spricht insbesondere Menschen zwischen 20 und 40 Jahren an, für die es nur wenige Angebote in der Nachbarschaft gibt. Ziel ist es, die gemischte Nachbarschaft zusammenzubringen und gemeinsam Angebote zu entwickeln und umzusetzen - von Musikabenden über Workshops bis hin zu Mentoring-Treffen. Der im Stadtteil bestens vernetzte Verein kooperiert dazu mit Nachbarschaftsgruppen, sozialen Organisationen und lokalem Gewerbe.

Die Skala-Initiative fördert das Projekt mit einer Personalstelle, die die Gruppen vernetzt, Kooperationen schließt und die BewohnerInnen begleitet. Der in den letzten Jahren stark gewachsene Verein wird darüber hinaus mit einer umfassenden Organisationsentwicklung unterstützt. Damit will sich der der Wassertor e. V. nachhaltig professionalisieren, ohne dabei die Ursprünge und die Nähe zum Stadtteil aus den Augen zu verlieren.

 

(C) Foto: Stephan Bögel/sbgl.de

Liebelle – Beratungs-, Forschungs- und Bildungsstätte für Sexualität und geistige Behinderung

in.betrieb gGmbH Gesellschaft für Teilhabe und Integration

  • Inklusion & Teilhabe

Jeder Mensch hat das Recht auf Sexualität. Die in.betrieb gGmbH räumt mit dem Projekt "Liebelle" mit Vorurteilen und Stereotypen auf und unterstützt Menschen mit geistiger Behinderung auf ihrem Weg zu einem sexuell selbstbestimmten Leben. Die Beratungsstelle bietet Einzel- und Paarberatung sowie Bildungsseminare für Menschen mit Behinderungen in Mainz an.

Das umfangreiche Angebot aus Beratung, Veranstaltungen und Fortbildungen - auch für Eltern, Angehörige und Fachkräfte - macht die Liebelle deutschlandweit einmalig. Die SKala-Förderung ermöglicht den Fortbestand und die Ausweitung der Arbeit: Schrittweise wird das bestehende Angebot durch eine Online-Beratung und ein psychotherapeutisches Angebot ausgebaut, und auch Jugendliche unter 16 Jahren und deren Angehörige sollen erreicht werden. Die begleitende Forschungsarbeit wird durch einen Wissenschaftsbeirat ausgebaut und das Fachpersonal aufgestockt.

Zusätzlich wird eine Fundraising-Fachkraft eingestellt, die für eine solide finanzielle Basis nach Auslaufen der Förderung sorgt. In den Gruppenangeboten, Einzel- oder Paarberatungen soll jährlich mehr als 120 Menschen mit geistiger Behinderung geholfen werden, ihre Sexualität selbstbestimmt zu leben. Gleichzeitig befähigt das Angebot jährlich mehr als 120 Fachkräfte der Behindertenhilfe und 60 Eltern und Angehörige dazu, reflektiert mit den Themen Liebe und Sexualität umzugehen und Menschen mit Behinderung bei selbstbestimmten Entscheidungen zu unterstützen.

kein Abseits! 2.0

kein Abseits! e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Begegnungen zwischen verschiedenen Lebenswelten ermöglichen - auch da, wo sonst keine entstehen. Mit dieser Vision vor Augen wurde 2011 die Organisation kein Abseits! e.V. von den Berlinerinnen Sinem Alparslan und Gloria Amoruso ins Leben gerufen. Mit Sport & Erlebnispädagogik, Berufserkundung & Engagementförderung sowie 1:1-Mentoring unterstützt der Verein Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung, damit sie ihre Chancen wahrnehmen und nicht ins gesellschaftliche Abseits geraten.

Kein Abseits! 2.0 richtet sich an diejenigen Kinder und Jugendliche in Berlin-Reinickendorf, die oft nur wenige Orte und Aktivitäten außerhalb ihres unmittelbaren Umfelds kennen. In dem freizeitorientierten Mentoringprogramm erhalten die 9- bis 13-Jährigen mindestens acht Monate lang Unterstützung von ehrenamtlichen MentorInnen. Jede Woche treffen sich die Tandems für einen Nachmittag, um gemeinsam Berlin zu erkunden, im Hochseilgarten Hürden zu überwinden oder eine Ausstellung im Museum zu besuchen.

Wenn die Kleinen das Jugendalter erreicht haben, wird ihnen ein Community-Service-Programm angeboten, in dem sie freiwillige Arbeit in einer sozialen Einrichtung leisten. Kinder, die einst Hilfe empfangen haben, werden selbst zu Helfenden. Mithilfe der SKala-Förderung sollen 200 Tandems am Standort Reinickendorf und weitere 50 Tandems an einem neuen Standort gematcht werden. Darüber hinaus unterstützt SKala den Verein dabei, Strategien für eine nachhaltige Finanzierung sowie ein Wachstums- und Skalierungskonzept zu entwickeln

Kinder aus der Klemme

Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH

  • Inklusion & Teilhabe

Wenn Eltern sich trennen, hinterlässt das bei Kindern tiefe Wunden. Schmerzhaft ist eine Trennung immer. Aber es gibt die Fälle, in denen die Konflikte so groß sind, dass das Wohl der Kinder gefährdet wird. Hier ist professionelle Hilfe geboten, um schweren psychischen Langzeitfolgen für Kinder vorzubeugen. Die Pfefferwerk gGmbH hat mit "Kinder aus der Klemme" ein Interventionsprogramm basierend auf einem international anerkannten therapeutischen Ansatz aus den Niederlanden entwickelt.

Eltern sollen gemeinsam mit TherapeutInnen und anderen Paaren während der Trennung einen Weg finden, für die Sicherheit und Entwicklung ihrer Kinder zu sorgen. In Einzel- und Gruppengesprächen und Übungen für Eltern lernen sie, sich besser zu kontrollieren und liebevolle Absichten des Ex-Partners in Bezug auf ihre Kinder zu erkennen. Die Kinder verstehen, dass es die Aufgabe der Eltern ist, nach Lösungen für die Konflikte zu suchen.

Dank der SKala-Förderung wird das Leuchtturmprojekt erstmalig in ganz Berlin umgesetzt. Innerhalb des Förderzeitraums sollen 36 Familien unterstützt und Erkenntnisse des Projekts auf ganz Deutschland übertragen werden. Dabei wird das Programm wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Justine von Lawick, die das Programm erfolgreich in den Niederlanden etabliert hat, unterstützt dabei als Supervisorin.

Darüber hinaus baut die Organisation ihre Fundraisingstrategie mittels Workshops und Unterstützung von externen BeraterInnen aus, um weitere Finanzierungswege für neue Angebote zu erschließen.

Fortbildung mit kick für die Migrationsgesellschaft

Step Stiftung

  • Inklusion & Teilhabe

Die step stiftung Freiburg fördert seit 2004 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, Fluchterfahrung und in prekären Lebenssitutationen. Die Stiftungsprojekte "kick for girls" (2015 mit dem PHINEO-Wirkt-Siegel ausgezeichnet) und "kick für soziale entwicklung" bauen Brücken zwischen Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen ethnischen, sozialen, kulturellen und religiösen Biographien. Ziel ist es, mittels Sport- und Bewegungsangeboten mehr Partizipation, Inklusion und soziale Mobilität zu erreichen.

Die bisherigen Erfahrungen sollen in dem neuen Projekt "Fortbildung mit kick für die Migrationsgesellschaft" genutzt werden, um die TrainerInnen der step stiftung sowie andere Zielgruppen (ÜbungsleiterIn, TrainerIn, SportstudentIn, SportlehrerIn) im Bereich Sport und Integration systematisch weiterzubilden. Denn: Sport wirkt nicht per se sozial-integrativ. Die Anleitenden brauchen spezifische Qualifikationen, um die jungen Menschen zu erreichen.

Ziel ist es, ca. 500 VertreterInnen diverser Organisationen zu befähigen, eigenständig integrative/inklusive, kultursensitive und geschlechterparteiliche Sport- und Bewegungsangebote durchzuführen. Dazu wird in Kooperation mit dem Institut für Sport und Sportwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ein modulares Fortbildungskonzept entwickelt, das je nach Zielgruppe angepasst werden kann. TrainerInnen der Stiftung bieten die Kurse an.

SKala fördert die Entwicklung von Fortbildungen. Neben dem Wissensaufbau kann die Stiftung dadurch auch langfristig Einnahmen für die nachhaltige Stärkung der Organisation generieren.

Gauklerzentrum

ESTAruppin e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Im ländlich geprägten Landkreis Ostprignitz-Ruppin leben viele von Armut bedrohte Kinder und Jugendliche. Überdurchschnittlich häufig ist ihre Entwicklung beeinträchtigt durch Bewegungsmangel sowie sprachliche und motorische Defizite. ESTAruppin e.V. hat seit 2009 in neun Orten des Landkreises ein dezentrales Zirkusprojekt aufgebaut. Ein attraktives Freizeitangebot, das soziale, motorische und mentale Kompetenzen fördert und damit zur Integration in anderen Lebensbereichen wie etwa Schule beiträgt. 2014 erhielten die Zirkus- und Gauklerkids dafür das PHINEO-Wirkt-Siegel.

Mit dem Aufbau des Gauklerzentrums in Neuruppin bekommt das entwicklungsfördernde Angebot für Kinder und Jugendliche einen zentralen Ort. Neue Trainings- und Beschäftigungsangebote und intensive Talentförderungen werden entwickelt, die die Zirkusarbeit noch attraktiver machen. Mit dem Gauklerzentrum wird das Angebot für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrungen sowie aus eher bildungsnahen Familien geöffnet. So werden die sozialen Lernchancen und die integrative Wirkung des Projekts gesteigert. Die bisherigen Aktivitäten wie das jährliche Zirkuscamp werden erweitert und verbessern ebenfalls die Startchancen von 280 Kindern und Jugendlichen.

Das Gauklerzentrum entwickelt mit regionalen Schulen alternative Bewegungskonzepte, mit denen die positive Wirkung der Zirkuspädagogik auf den Unterricht übertragen wird; bis zu 100 SchülerInnen erhalten regelmäßig Unterricht im Gauklerzentrum.

Skalierung von PIKSL-Laboren

In der Gemeinde leben gGmbH

  • Inklusion & Teilhabe

Die digitale Informations- und Kommunikationstechnologie ist ein fester Bestandteil der Lebenswelt geworden. Menschen, denen eine so genannte geistige Behinderung bzw. Lernschwierigkeit zugeschrieben wird, können die damit verbundenen Informationsressourcen und Medien trotz ihres deutlichen Wunsches von diesen zu profitieren, häufig nicht nutzen.

PIKSL steht für "Personenzentrierte Interaktion und Kommunikation für mehr Selbstbestimmung im Leben". Die PIKSL Labore sind Orte inklusiven Lernens und Arbeitens, die neben dem Aufbau von Medienkompetenz in Form von Beratungs- und Kursangeboten auch die Durchführung interdisziplinärer Forschungs- und Entwicklungsarbeit bieten.

Ziel ist es, digitale Barrieren und Komplexität im Alltag für alle Menschen zu verringern. Dabei wird Behinderung als Kompetenz verstanden, denn die PIKSL-Mitarbeitenden sind ExpertInnen im Abbau von Komplexität. Sie kennen Hürden aus eigener Erfahrung und haben oftmals Strategien entwickelt, diese zu umgehen. Diese Fähigkeit fließt in die Peer-Beratungsangebote und die gemeinsame Arbeit an sozialen Innovationen mit ein. Der Ansatz wurde von PHINEO 2014 mit dem Wirkt-Siegel ausgezeichnet.

Mit der SKala-Förderung wurde in der ersten Förderphase eine Machbarkeitsstudie für die Verbreitung des Ansatzes entwickelt, die nun in der zweiten Förderphase operativ umgesetzt wird. Über die Eröffnung von bis zu fünf neuen Laboren werden neue Stellen für Menschen mit und ohne Behinderung geschaffen und die sozialen Wirkungen von PIKSL vergrößert.

Besonderheit hierbei ist ein Skalierungsmodell, das auf Wachstum durch Regelfinanzierung durch den öffentliche Sektor, durch Kooperationen mit anderen Organisationen und durch Rücklagen aus eigenem Zweckbetrieb setzt. Dieses Modell ermöglicht ein gesundes Wachstum des PIKSL-Netzwerkes mit einer nachhaltigen Finanzierung.

Demenz Partner

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

  • Inklusion & Teilhabe

Etwa 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sind von Demenz betroffen. Doch obwohl sich Demenz zu einer Volkskrankheit entwickelt hat, wissen nur die Wenigsten, was Demenz ist und wie man einem Erkrankten begegnet. So berichten Angehörige von Anzeigen und Hausverboten, weil ihr demenzkranker Vater vergessen hat, im Supermarkt zu bezahlen. Verständlich, dass sich Erkrankte wie Angehörige daher vor allem eines wünschen: Aufklärung!

Aus diesem Grunde bietet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft seit 2010 Schulungsmaterialien u.a. für PolizistInnen oder VerkäuferInnen im Einzelhandel an. Die Materialien haben sich bewährt; eine Evaluation bestätigte deren Wirkung. Weil aber bislang das Geld fehlte, fanden die Schulungen nur unsystematisch und vereinzelt statt.

Mit der Kampagne "Demenz Partner" soll sich das ändern: Anstelle punktueller Einzelmaßnahmen wird es eine bundesweite Aufklärungskampagne geben. Darüber hinaus werden flächendeckend Schulungen angeboten und weitere Zielgruppen angesprochen – Mitarbeitende in Verkehrsbetrieben in etwa.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft erhielt 2011 für ihr Projekt "Alzheimer-Telefon" – das Telefonseelsorge, Lebenshilfe und Beratungsstelle vereint – das PHINEO-Wirkt-Siegel.

Inklusive Klettergruppen für Menschen mit und ohne Behinderung

"Ich will da rauf!" e.V.

  • Inklusion & Teilhabe
  • gefördert seit: September 2016
  • Fördersumme: 547.259,25 €
  • www.iwdr.de

In Deutschland leben ca. 10 Millionen Menschen mit einer Behinderung, davon sind 7,5 Millionen schwerbehindert (Stand 2013). Viele leben in einer Parallelwelt, in der sie unter sich bleiben und wenig Kontakt zu Menschen ohne Behinderung haben.

Seit 2008 organisiert der Verein "Ich will da rauf!" betreute inklusive Klettergruppen und schafft dadurch wichtige und konkrete Begegnungsmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Behinderung in München. Gemeinsam erleben sie die Freude am Klettern - egal, wie alt sie sind, egal, welche Behinderung sie haben. Alle profitieren von den therapeutischen Effekten des Klettersports und werden für den Alltag gestärkt. Gegenseitige Vorurteile und Berührungsängste werden abgebaut, denn alle erkennen schnell: Es gibt eine Gemeinsamkeit, nämlich die Leidenschaft am Klettern. Behinderung wird zur Nebensache.

Das Projekt erhielt 2014 das PHINEO-Wirkt-Siegel.

Über 100 Kletterbegeisterte in 11 Klettergruppen profitieren schon von diesem inklusiven Freizeitangebot. Die Förderung macht es möglich, dass weitere Gruppen und Begegnungsangebote wie Kletterausflüge und Ferienklettern geschaffen werden. Außerdem werden inklusive Klettergruppen für Flüchtlinge mit Behinderung entstehen. Die Förderung trägt dazu bei, dass wichtiges Personal eingestellt werden kann, um die Nachhaltigkeit des Gesamtprojektes zu sichern.

Fit und Schlau – von Anfang an

Morus 14 e. V.

  • Inklusion & Teilhabe
  • gefördert seit: Juli 2016
  • Fördersumme: 450.993,40 €
  • www.morus14.de

Familien aus über 30 Nationen leben im Rollbergviertel in Berlin-Neukölln. Die meisten davon sind sozial schwach. Weil es den Kindern aus diesen Familien an häuslicher Unterstützung mangelt, haben sie häufig schon in der Grundschule erhebliche Probleme, Anschluss zu halten. MORUS 14 will das ändern – mit dem Pilotprojekt "Fit und Schlau – von Anfang an", das ab Herbst 2016 an der Regenbogen-Grundschule startet.

Eine Klasse von Schulanfängern wird bis zum Ende der Grundschule durch ehrenamtliche MentorInnen begleitet. Etwa 25 Kinder und 25 Patinnen und Paten treffen sich mindestens einmal wöchentlich, über mehrere Jahre. Sie üben lesen und schreiben; spielen und machen gemeinsam Ausflüge. Auf diese Weise werden die MentorInnen zu Vertrauenspersonen, die den Kindern Bildung und Kultur nahebringen.

Ziel ist es, soziale Kompetenzen zu fördern, Bildungsdefizite auszugleichen und den Heranwachsenden eine Perspektive abseits von Sozialleistungen zu zeigen. Denn Studien beweisen: Eine Förderung wirkt umso nachhaltiger, je früher sie stattfindet. Um das zu untermauern, wird "Fit und Schlau – von Anfang an" wissenschaftlich begleitet.

"Fit und Schlau" ist ein Folgeprojekt des bereits seit 2003 sehr erfolgreich laufenden "Netzwerk Schülerhilfe Rollberg", das u.a. mit dem Wirkt-Siegel von PHINEO ausgezeichnet wurde.

Welcome Work

Perspektiva gGmbH

  • Inklusion & Teilhabe

Im Landkreis Fulda leben heute fünfmal so viele Flüchtlinge wie im Jahr 2010. Viele von ihnen sind jung, und die allermeisten ohne berufliche Perspektive. Zwar lernen die Jugendlichen in eigens eingerichteten Intensivklassen deutsch, Berührung zum Arbeitsmarkt ergeben sich jedoch nur gelegentlich. Dabei zeigen Untersuchungen: Wer ein konkretes Berufsziel verfolgt, lernt leichter – und wer einen Job hat, integriert sich schneller.

Hier setzt das Projekt "Welcome Work" der Perspektiva gGmbH an. "Welcome Work" trägt dazu bei, dass junge Flüchtlinge eine Jobperspektive entwickeln. Hierfür verbringen die Jugendlichen, ergänzend zum Schulbesuch, einen Tag in der Woche mit ihrer individuellen Berufsplanung.

Im ersten Schritt ermitteln sie mithilfe von SozialarbeiterInnen und Berufsexperten, welche Talente in ihnen stecken und welche beruflichen Interessen sie haben. Danach absolvieren sie – im zweiten Schritt – ein begleitetes, betriebliches Praktikum in einem der einhundert angeschlossenen Partnerbetriebe von Perspektiva.

Ziel des Projekts ist es, dass die Jugendlichen parallel zum Schulabschluss auch einen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben. Denn eine gute Ausbildung ist die beste Voraussetzung für eine gelingende Integration.

Für die erfolgreiche Arbeit mit jungen Menschen mit Behinderung, die Hilfe beim Einstieg in die Arbeitswelt brauchen, erhielt Perspektiva im Jahr 2014 das PHINEO-Wirkt-Siegel.

PHINEO ist Mitglied der